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Da steigen die Prozente und purzeln die Preise. Schnäppchenjäger haben gute Chancen im Winterschlussverkauf.

WSV: Heiße Phase für Schnäppchenjäger

Köln - Der milde Winter hat den Mode- und Sporthändlern das Saisongeschäft vermiest. Um die warmen Klamotten loszuwerden, setzen sie verstärkt den Rotstift an. Das ist die Chance für Schnäppchenjäger.

Endspurt für Schnäppchenjäger: Mehr als eine Woche vor dem offiziellen Start des Winterschlussverkaufs gehen die Rabatte in vielen Geschäften in die heiße Phase. Vor allem Mode- und Sportfachhändler haben schon kräftig reduziert, denn wegen der milden Temperaturen und des ausbleibenden Schnees sind viele auf ihrer Winterware sitzen geblieben. Doch die muss jetzt dringend weg, damit Platz für die neue Frühjahrskollektion ist. Die Reduzierungen liegen nach Branchenangaben im Schnitt bei 50 Prozent - und es ist noch mehr drin.

„Je mehr Wintersachen jemand im Programm hat, desto mehr wird er reduzieren, vor allem bei Bekleidung“, sagt der Präsident des Verbands Deutscher Sportfachhandel, Werner Haizmann. „Das bewegt sich zwischen 30 und 70 Prozent.“ Der Sportfachhandel habe aufgrund des schlechten Saisongeschäfts 2011 etwa vier Prozent weniger Umsatz eingefahren als im Vorjahr.

Das bestätigt auch Roland Scheuermeyer, Sprecher des größten deutschen Sporthändlerverbunds Intersport in Heilbronn: „Wer stark im Wintersport engagiert ist, wird stärker reduzieren als andere.“ Im Preis runtergesetzt seien in erster Linie warme Jacken, Mützen, Schals und Funktionskleidung - Sportgeräte wie Skier oder Snowboards dagegen eher weniger. „Die Karnevalswoche ist traditionell ein wichtiger Ski-Termin, wer da einen Winterurlaub gebucht hat, stattet sich vielleicht noch aus“, meint Scheuermeyer. „Außerdem wäre es nicht das erste Mal, dass bei uns im Februar oder März noch Schnee fällt.“

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Auch die Bekleidungshändler haben die Hoffnung auf den Winter noch nicht gänzlich aufgegeben. „Wir pokern alle: Der Handel spekuliert, ob die Kunden doch noch kommen und kaufen, und die Kunden spekulieren, ob es sich jetzt überhaupt noch lohnt, Wintersachen zu kaufen“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Jürgen Dax, in Köln. „Fakt ist: Als wir letzte Woche mal ein paar kältere Tage hatten, sind die Umsätze prompt gestiegen.“ Für 2011 erwartet der BTE aber auch wegen des schlechten Wintergeschäfts nur ein kleines Umsatzplus von ein bis zwei Prozent.

In vielen Textilgeschäften hingen zwar schon vor Weihnachten die ersten „Sale“-Schilder, aber flächendeckend geht es nach Angaben von Dax erst jetzt so richtig los. „Es ist noch viel in den Lagern, das muss raus.“ Daunenjacken, gefütterte Mäntel und Strickpullover - auch in modischen Farben - würden teils drastisch reduziert.

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Was die Kunden freut, ist für die Geschäftsleute meist betrüblich: „Alles, was mehr als 40 Prozent reduziert ist, deckt am Ende die Kosten nicht mehr“, erklärt Dax. Dennoch bleibe den Händlern oft nichts anderes übrig, als mit den Preisen weiter runterzugehen, wenn sie ihre Bestände loswerden wollen. Denn in den Läden ist nicht genug Platz, um die Ware bis zum nächsten Jahr zu horten.

Wenn der Winterschlussverkauf (WSV) am 30. Januar auch offiziell beginnt, wird bei vielen Teilen wohl nochmals der Rotstift angesetzt. Der WSV ist seit dem Fall des Rabattgesetzes vor rund zehn Jahren eine freiwillige Angelegenheit, an der sich aber die meisten Händler orientieren. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) werden sich insgesamt etwa drei Viertel aller Einzelhändler daran beteiligen. Neben Mode- und Sportfachhändlern sind unter anderem auch Möbelhäuser, Bau- und Elektronikmärkte dabei.

dpa

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