Phoenix: Europäischer Raumgleiter besteht erste Tests im Windkanal

- München - Das goldene Flugobjekt mit dem Namen Phoenix ist knapp 4 Meter breit und 7 Meter lang. Doch könnte daraus in etwa 13 Jahren so etwas werden wie ein Lastenaufzug ins Weltall. Experten rechnen - wenn die Pläne umgesetzt werden - mit einem Raumtransportsystem zu einem Bruchteil der derzeitigen Kosten. Bei dieser Technologie hat Europa die Nase vorn. Doch während die Konkurrenten aus den USA und Japan eine Aufholjagd starten, hängen die europäischen Politiker ihren Industriepartnern Blei an die Knie.

<P>Gerade 24 Millionen Euro werden in den nächsten drei Jahren in das Projekt investiert, an dem die Zukunft Europas als Raumfahrtstandort hängen könnte. 160 Millionen Euro haben Experten von EADS Space-Transportation nach Auskunft von Sprecher Matthias Spude als Bedarf errechnet. Doch die Forscher trösten sich damit, dass es überhaupt zu einer Einigung kommen konnte. Denn für ein einzelnes Land wäre die Sache überhaupt nicht zu schultern.</P><P>So erforschen die Franzosen den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, die Deutschen den anschließenden Flug und die Landung. Und auch die Italiener wollen sich einklinken. Als sicher gilt, dass später in Ottobrunn die wiederverwertbaren Triebwerke für die wiederverwendbare Raumfähre entwickelt werden sollen. Mit russischen Partnern hat die EADS letzte Woche entsprechende Verträge abgeschlossen.</P><P>Obwohl eine Ähnlichkeit von "Phoenix" mit dem amerikanischen Space-Shuttle nicht zu verleugnen ist, soll die siebenmal größere echte Raumfähre - sie bekommt den Namen "Hopper" - in entscheidenden Punkten davon abweichen.</P><P> Das beginnt beim Start: Auf einer vier Kilometer langen Magnetschweberampe - ähnlich dem Transrapid - wird der unbemannte Hopper auf über 300 Stundenkilometer beschleunigt. Dann erst zünden die Raketenmotoren.</P><P> Auf einer steilen Flugbahn steigt Hopper dann bis auf 130 Kilometer Höhe (Das Space-Shuttle erreicht mehr als 500 Kilometer). Dort werden Raketen (entsprechend der Oberstufe der Ariane V) mit der Nutzlast ausgesetzt. Diese Raketen bringen die Satelliten oder andere Transportgüter zu Zielen im Orbit.</P><P>Unterdessen ist Hopper schon wieder auf dem Rückweg zur Erde. Während das US-Space-Shuttle den Planeten mehrfach umkreist, soll der in Kourou gestartete Hopper bereits auf den Azoren wieder landen. Weit geringere Probleme beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre sind die Folge der kurzen Strecke. Das macht die Sache so viel billiger.</P><P>Das ist noch Zukunftsvision. Heute um 16 Uhr werden in Markenessse (Niederlande) die Windkanal-Tests beendet. Dann stehen bereits erste Flugversuche - mit Hilfe eines Hubschraubers und Rolltests am Boden an.</P><P>Bereits im nächsten Jahr kommt der erste Härtetest: Dann wird im nordschwedischen Vidsel Phoenix per Großraumhubschrauber in 2400 Meter Höhe gebracht und ausgeklinkt. Durch das Satellitennavigationssystem GPS geleitet soll das Modell automatisch auf einer 2400 Meter langen Piste landen.</P><P>Für spätere Tests holen sich die Europäer Hilfe aus Russland. Die MiG 31 (die - wie berichtet - beim Projekt "Migbus" auch Touristen Huckepack bis in den Grenzbereich zum Weltall bringen soll) soll als Träger Phoenix für Tests über die Schallgrenze beschleunigen.</P>

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