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Für die ganz Harten oder besonders Schusseligen bietet etwa Olympus ein wasserfestes Modell (Y-Touhg) an, dem auch Minusgrade nichts anhaben können.

Photokina startet: Auch Hobbyknipser wollen Hightech

Köln - HD und 3D heißen die Zauberworte in der Welt der Fotos und Videos. Bei der weltgrößten Fotomesse Photokina gehören sie fast schon zum Standard bei den Marktneulingen.

Ein Kampf zwischen den klassischen Spiegelreflexkameras und den noch neuen Systemkameras ist im Gang.

Hohe HD-Qualität, dreidimensionale Bilder, immer kleinere Kameramodelle, in denen immer größere Technik steckt: Das sind die Top-Themen, auf die sich die weltgrößte Fotomesse Photokina diesmal fokussiert. So mancher sieht die internationale Branchenschau in Köln ab diesem Dienstag auch als Austragungsort für „den Kampf der Systeme“: Die Klassiker - die digitalen Spiegelreflexkameras - konkurrieren dabei mit den Marktneulingen - den Systemkameras mit Wechselobjektiven, aber ohne Spiegel - um die Gunst der Verbraucher.

„Hybrid-Modelle“ liegen im Trend

Im Rampenlicht stehen bei der Photokina 2010 eindeutig die Systemkameras. Eine wachsende Zahl von Herstellern bietet diese „Hybridkameras“ an, die zwischen den Spiegelreflexkameras und den kleinen Kompaktkameras liegen. Heino Hilbig von Olympus sagt bei einem Rundgang am Tag vor der offiziellen Eröffnung mit Blick auf ganz neue Modelle: „Die kleinen Spiegellosen mit Wechselobjektiven können schon so großartige Bilder machen wie die klassischen Spiegelreflexkameras.“

Hilbig glaubt: „Die Systemkameras werden künftig das Rennen machen.“ Zu den Vorteilen gehöre neben dem Preis auch das geringe Gewicht: Ein 330-Gramm-Modell von Olympus schaffe so viel wie ein 1,6 Kilo schwerer Spiegelreflex-Konkurrent.

3D-Optik ohne Spezialbrille

 Bei der wichtigen Messe bis Sonntag sparen die Hersteller nicht mit Bezeichnungen wie „revolutionär“, um für ihre Neuheiten zu werben. Als tatsächlich völlig neuartig im Vergleich zu anderen 3D-Kameras dürfte eine Minox (Modell PX3D) beim Messebesucher durchgehen: Die Bilder erscheinen auch auf ganz normalen PC-Monitoren oder Fernsehgeräten dreidimensional, ohne dass dabei eine 3D-Brille nötig ist, wie Unternehmenssprecher Thorsten Kortemeier betont.

Bei allen neuen Funktionen, verbesserten Technologien oder einfach zusätzlichen Spielereien bleibt doch eines beim Alten: „Eine einfache Bedienbarkeit ist ganz wichtig, egal ob für den Hobbyfotografen oder den professionellen Anwender“, sagt Jörg Ammon von Canon. Das spiele neben guter Bildqualität und ansprechendem Design beim Verbraucher weiter eine besondere Rolle.

Das zeigt sich auch bei den „EasyShare“-Modellen von Kodak: Sie richten sich an den „Durchschnittskonsumenten“, der seine Bilder und Videos auch schnell und ohne Mühe via Internet verschicken möchte. Die Bilder werden bereits in der Kamera markiert, um sie später auf Internet-Plattformen wie YouTube oder Facebook hochladen zu können. „Die Kamera muss nur an den PC angeschlossen werden, dann einmal den Knopf drücken - und schon gehen die Bilder von den Enkelchen an die Großeltern in einem anderen Land.“

Unzerstörbare für den Abenteurer

Auch für „Don’t-Care-Kameras“ sehen einige Hersteller einen großen Markt. Die praktisch unzerstörbaren Kompaktkameras passen in jede Hosentasche, sind eisfest, stoßfest, wasserfest. Man kann sogar drauftreten - und danach trotzdem noch schöne Urlaubsbilder machen, glaubt man den Produzenten.

Ein Messe-Highlight von Fujifilm ist so taufrisch, dass man sich als Messebesucher nur den Prototypen ansehen kann. Erst Anfang 2011 ist die Kompaktkamera X100 im Handel erhältlich. Sie vereint optischen und elektrischen Sucher, soll extrem schnell und mit besonders großem Sensor ausgestattet sein. Bei 3D ist Fujifilm mit seinem W3-Modell schon in der zweiten Generation angekommen. Die Fotos und Videos können auf 3D-Fernsehern abgespielt werden.

Mehrfachschuss für ganz Schnelle

 Laut Kölnmesse gehören aber auch Objektive und Vorsätze, die 2D-Geräte 3D-fähig machen, zu den Stars der Photokina. Dreidimensionale Bilder eroberten nicht nur das große Hollywood-Kino, sondern zunehmend auch das heimische Wohnzimmer. Der Photoindustrie-Verband sieht zudem die „Multishot-Funktion“ stark im Kommen: Die Bilder werden hier im wahrsten Sinne des Wortes „geschossen“ - Dutzende in einer Sekunde seien in den neuesten Modellen möglich, sodass dem Fotografen nichts mehr entgehen könne.

Die Branche rechnet in diesem Jahr weltweit mit einem Rekordhoch. Auch in Deutschland sollen 2010 mit neun Millionen Kameras deutlich mehr verkauft werden als im vergangenen Jahr (8,5 Millionen) - trotz wieder leicht steigender Preise. Immerhin will sich in diesem Jahr rund jeder achte Deutsche eine neue Digitalkamera anschaffen. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom hervor.

Auf der Fachmesse Photokina in Köln zeigen vom heutigen Dienstag an bis Sonntag 1250 Aussteller aus 45 Ländern neben Kameras auch Fotohandys, Camcorder, Objektive, Blitze, Drucker und Software.

Yuriko Wahl

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