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Planen ­- aber ohne Preisgarantie: Was Kostenvoranschläge wert sind

- Wie viel wird das kosten, lautet stets die bange Frage, wenn die Kupplung im Auto nicht mehr greift oder beim Auszug die Mietwohnung geweißelt werden soll. Beim Handwerker einen Voranschlag einholen, ist der richtige Weg, den anstehenden Aufwand richtig abzuschätzen und die Preise zu vergleichen. Doch Vorsicht: Am Ende kann die Rechnung dennoch höher ausfallen.

Weil in Deutschland Vertragsfreiheit gilt, kann kein Handwerker dazu gezwungen werden, einen Kostenvoranschlag zu erstellen. In der Regel wird aber jeder dem Wunsch eines Kunden nach einer Aufschlüsselung des zu erwartenden Aufwands nachkommen, um sich mögliche Aufträge nicht entgehen zu lassen, wie Petra von Rhein von der Verbraucherzentrale Bayern in München sagt. Das müssen die Betriebe kostenlos tun, außer es wird vorher ein Preis vereinbart.

Von Rhein rät Konsumenten, vor der Erteilung eines Auftrags stets einen Voranschlag einzufordern. "So schützt man sich vor bösen Überraschungen", sagt die Juristin. Idealerweise sollten Angebote von mehreren Betrieben eingeholt werden, um dann das preisgünstigste herauszufiltern. Dabei sollten die Aufwands-Übersichten möglichst detailliert sein und neben der Arbeitsleistung auch Materialkosten und Umsatzsteuer angeben.

Allerdings steht der Verbraucher selbst dann nicht auf der sicheren Seite. Denn grundsätzlich gilt, dass Kunden einen Aufschlag von bis zu 20 Prozent auf den Kostenvoranschlag schlucken müssen, wie die Stiftung Warentest in ihrem Magazin "Finanztest" schreibt. Umstritten ist laut dem Bericht, was bei größeren Abweichungen gilt. Manche Gerichte seien der Ansicht, dass der Kunde auch diese bezahlen muss (Oberlandesgericht Celle; Az.: 22 U 179/01). Zwar könne der Kunde dann Schadenersatz verlangen, weil der Betrieb ihn nicht rechtzeitig informiert habe. Doch gleichzeitig muss er dann nachweisen, dass ein anderer Handwerker billiger gearbeitet hätte.

Um einem solchen Konflikt aus dem Weg zu gehen, empfiehlt Verbraucherschützerin von Rhein, Festpreise auszuhandeln. Die sollten sich an der Höhe der Voranschläge orientieren. Ist der Verbraucher dennoch unschlüssig, kann er sich auch Rat bei den Innungsverbänden einholen: "Die können sagen, welche Stundensätze in etwa angemessen sind", erklärt Rudolf Baier, Sprecher bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Eine Übersicht der Adressen findet sich im Bereich "Fachverbände und Handwerkskammern" auf der Webseite www.dasbayerischehandwerk.de.

Die Innungen können nach Baiers Angaben auch als Vermittler auftreten, wenn es einmal zum Streit über die Höhe der Rechnung kommt. Eine wirkliche Schiedsstelle gibt es im Raum München und Oberbayern bislang aber nur für das Kfz-Gewerbe (089 / 14362140; Frau Kusemann).

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