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Die BMW-Zentrale in München: Der Autobauer plant Kurzarbeit an vier deutschen Standorten.

BMW plant Kurzarbeit in vier deutschen Werken

München - Die Fahrzeughersteller BMW und MAN schicken wegen der schlechten Auftragslage zehntausende Beschäftigte in Kurzarbeit.

Bei BMW sollen dadurch im Februar und März rund 38 000 Fahrzeuge weniger gebaut werden als ursprünglich geplant, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Betroffen sind 26 000 Mitarbeiter in den Werken Dingolfing, Regensburg, Landshut und Berlin. Keine Kürzungen soll es dagegen im Werk München, in Leipzig und an den ausländischen Standorten geben. Der Nutzfahrzeughersteller MAN vereinbarte für die Standorte München, Nürnberg und Salzgitter Kurzarbeit, davon sind 9400 Mitarbeiter betroffen. Seit Mitte Dezember gilt zudem für das Werk im österreichischen Steyr Kurzarbeit.

Bei BMW ist die Vereinbarung mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit schon unter Dach und Fach. “Wir reden aber nur über einzelne Tage und Schichten, die ausfallen“, sagte der neue Personalvorstand Harald Krüger der Deutschen Presse-Agentur dpa. Weniger gebaut werden sollen vor allem Modelle der 3er- und 5er-Baureihe, die im vergangenen Jahr teils drastische Absatzeinbußen hatten. “Die Marktsituation hat sich im vierten Quartal noch einmal verschärft, besonders auf wichtigen Märkten wie den USA oder Japan“, sagte Krüger. Ab April soll die Produktion dann wieder normal laufen.

Bayerns IG Metall zeigte angesichts der Krise in der Automobilwirtschaft Verständnis für den Schritt. Man begrüße die weitgehende Sicherung der Reallöhne für die Beschäftigten, erklärte IG-Metall-Landesbezirkschef Werner Neugebauer. Allerdings seien wachsende Probleme bei den Autozulieferern zu befürchten. Diese seien mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 250 Beschäftigten oft nicht in der Lage, über die Arbeitszeitkonten, Abbau von Überstunden und ähnliche Instrumente so flexibel zu reagieren wie ein Großunternehmen.

Die Auswirkungen für die Beschäftigen sollen sich bei BMW in Grenzen halten. Laut BMW ist vorgesehen, ihnen in mindestens 93 Prozent ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens zu zahlen, selbst wenn die Arbeitszeit unter dieses Niveau sinkt. Für die betroffenen Beschäftigten bei MAN gelten die tariflichen Bestimmungen. Mitarbeiter ohne Kinder erhielten demnach in Zeiten der Kurzarbeit 60 Prozent ihrer Nettoeinkommen und Beschäftigte mit Kindern 67 Prozent ihrer Nettoeinkommen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Zur Höhe der Einsparungen durch die zusätzlichen Kürzungen machte BMW-Personalvorstand Krüger noch keine Angaben. Weitere Stellenstreichungen wie im vergangenen Jahr sind aber kein Thema. “Die sind dank einer Vereinbarung, die die IG Metall und der Betriebsrat mit dem Unternehmen abgeschlossen hat, bis zum Jahr 2014 ausgeschlossen“, sagte Neugebauer.

Neben der Absatzschwäche macht BMW auch die Finanzkrise zu schaffen. Wie andere Autohersteller auch hat der Konzern vor allem Probleme bei der Refinanzierung von Autokrediten, da auf dem Kapitalmarkt immer schwieriger Geld aufzutreiben ist. BMW hatte zuletzt nach eigenen Angaben einen jährlichen Refinanzierungsbedarf von 20 bis 25 Milliarden Euro. Ein Antrag auf eine Staatsbürgschaft zur laufenden Refinanzierung der Auto-Kredite wird derzeit geprüft. Ein Sprecher des Unternehmens sagte am Dienstag, in dieser Frage sei aber noch keine Entscheidung gefallen.

MAN hatte nach einem Auftragseinbruch im dritten Quartal 2008 bereits Produktionskürzungen über Schließtage angekündigt. Mit den Einschnitten wollte MAN-Chef Hakan Samuelsson die Kosten in diesem Jahr um rund 30 Prozent drücken. Der Unternehmenssprecher erklärte, der allgemeinen Marktentwicklung könne sich auch MAN nicht entziehen. Die Arbeitsagenturen hätten die entsprechenden Genehmigungen für die Kurzarbeit erteilt. Die Schließtage sollen über das erste Halbjahr verteilt werden. Dabei seien auch verlängerte Wochenenden und Schließtage rund um Feiertage wie zu Pfingsten geplant, sagte der Unternehmenssprecher.

dpa

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