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Die Qual der Wahl haben Verbraucher beim Kauf eines neuen Fernsehers. Flach sind sie mittlerweile alle, doch welche Technik ist die bessere? Plasma oder LED. Für Viel-Seher könnte sich ein stromsparender LED-Bildschirm lohnen. Foto: ap

Was Plasma und LED können

München - Die Leuchtdioden-Technik erobert den Fernseher - denn sie hat große Vorteile beim Stromverbrauch. Steht damit die Plasma-Technik bald vor dem Aus?

Für Filmliebhaber und Fußballfans, die beim heimischen Fernsehgenuss gerne Mut zur Größe zeigen, führte lange kein Weg an üppig dimensionierten Plasma-Bildschirmen vorbei. Denn im Vergleich zur Konkurrenz mit LCD-Technik boten diese ein natürlicher wirkendes Bild und konnten schnelle Bewegungen besser wiedergeben. Doch die Zeiten ändern sich.

Zum einen lösen moderne, energiesparende Leuchtdioden (LEDs) die herkömmlichen Leuchtstoffröhren in den LCD-Geräten ab und locken mit einem konkurrenzlos niedrigen Stromverbrauch. Zum anderen sorgen technische Neuerungen wie die 200hz-Technik dafür, dass die LCD-Geräte in Sachen Bilddarstellung gleichziehen. Lohnt es sich also beim Neukauf, auf die topaktuelle LED-Technik zu setzen? Oder ist es doch besser, sich einen herkömmlichen Plasma-TV zum Schnäppchenpreis anzuschaffen?

Unterschiede der beiden Techniken

Der Hauptunterschied zwischen Plasma- und LCD-Technik ist, dass beim Plasma-Fernseher sämtliche Bildpunkte des Bildes selber leuchten. Bei der LCD-Technik dagegen, der sich auch PC-Monitore bedienen, wird das Bild mit Flüssigkristallen dargestellt. Dieses ist erst sichtbar, wenn es von hinten beleuchtet wird. Beide Techniken haben Vor- und Nachteile.

Natürliches Bild

beim Plasma-TV

Die aktiv leuchtenden Bildpunkte des Plasma-Fernsehers stellen auch heute noch Farben am natürlichsten dar. Gerade, wenn es um lebensecht wirkende Hauttöne und Naturstimmungen geht, gelten Plasma-Geräte als unerreicht. Ihre Darstellung wirkt wärmer und plastischer als die von LCD-Bildschirmen. „Schwarzsehen“ dagegen geht mittlerweile mit LCD-Fernsehern genauso gut: Da dort die Bilder von hinten angestrahlt werden, wirkten bei LCD-Geräten schwarze Bildpartien bisher oft eher grau. Doch dank technischer Finessen ist das bei neuen Geräten kein Thema mehr. Trotzdem gilt es, speziell diesen Punkt vor dem Kauf eines LCD-Gerätes kritisch zu prüfen.

Ein weiterer Vorteil der Plasma-TVs wird dagegen spätestens dann ersichtlich, wenn sich die ganze Familie im Halbkreis um den Fernseher schart, um zusammen „Harry Potter“ zu sehen. Denn egal, von welchem Winkel sie auf das Bild schauen: Die Bilddarstellung und -qualität bleibt immer gleich gut. Genau das ist bei einigen LCD-TVs keine Selbstverständlichkeit: Ähnlich wie beim PC-Monitor kann es einen großen Unterschied bedeuten, direkt vor dem Fernseher zu sitzen oder nicht. Schräge Blickwinkel bezahlt man manchmal mit verfälschten Farben oder einem milchig wirkenden Bild.

Kaum Reflexionen auf dem LCD

Bei einem anderen kritischen Punkt haben die LCD-Geräte jedoch aufgeholt: Wenn Harry Potter auf seinem Zauberbesen blitzschnell über den Bildschirm flitzt, hatten Flüssigkeitskristall-Bildschirme früher Probleme, sie zeigten schnelle Bewegungen leicht abgehakt. Aktuelle LCD-Fernseher gerade mit 200-Hertz-Technik stehen der Darstellung von Plasmas hier jedoch in nichts mehr nach. Doch auch hier gilt: Vor dem Kauf das Gerät der Wahl unbedingt mit eigenem Filmmaterial testen!

Ein weiterer Vorteil der LCD-Geräte ist, dass lange Zeit gleichbleibende Bildbestandteile keine „Schattenbilder“ hinterlassen. Auf Plasma-TVs kann es im Extremfall geschehen, dass der 90 Minuten lang gezeigte Fußball-Torstand am unteren Bildrand noch Minuten „nachleuchtet“ nachdem man auf den Spielfilmkanal gewechselt hat. Dass LCD-Fernseher im Gegensatz zur Plasma-Konkurrenz zudem meist eine matte Bildschirm-Oberfläche besitzen, ist bei wechselnden Lichtverhältnissen von Vorteil. Denn wenn die Lampe eingeschaltet wird oder die Sonne plötzlich durchs Fenster lacht, treten kaum störende Reflexionen auf.

Strom sparen dank LCD und LED

Die Paradedisziplin der LCD-Geräte ist jedoch der Stromverbrauch. Hier hatten derartige Geräte gegenüber der Plasma-Konkurrenz schon immer einen Vorteil. Und jetzt bauen sie ihn durch den Einsatz von sparsamen Leuchtdioden – kurz LEDs – noch mal gehörig aus. Ein derartiges 40-Zoll-Gerät hat oft eine Leistungsaufnahme von rund 100 Watt, während Plasma-Geräte der gleichen Größe sich gerne auch mal 175 bis 200 Watt genehmigen. Zudem liefern die aktiv strahlenden Bildpunkte der Plasma-TVs so viel Abwärme, dass die Besitzer großer Geräte oft scherzhaft sagen, sie bräuchten im Winter keinen Heizkörper im Zimmer, solange der Fernseher läuft.

Ein weiterer Vorteil der LED-Technik ist, dass sich die Leuchtdioden extrem platzsparend einbauen lassen. Daraus ergibt sich, dass LED-Fernseher zu den flachsten auf dem Markt gehören. Für Leute, die ihren TV wie ein normales Bild an die Wand hängen wollen, eine angenehme Begleiterscheinung.

Verwendung bestimmt die Wahl

Generell ist es schwierig, pauschal eine der hier vorgestellten Techniken zu empfehlen. Speziell bei so einer Anschaffung gilt jedoch, den einen Fernseher auch bei noch so guten Testberichten nicht „ungesehen“ im Internet zu bestellen. Denn wie das Bild wirkt und ob es ihm gefällt, weiß der Käufer erst, wenn er es mit eigenen Augen gesehen hat, und sei es im hell ausgeleuchteten Verkaufsraum. Außerdem lassen sich dort dem Fachpersonal genaue Fragen zum Energieverbrauch der Geräte stellen, die im Internet nicht immer vermerkt sind.

Ansonsten gilt es, sich genau zu überlegen, worauf es einem persönlich ankommt. Wer nur gelegentlich fernsieht und mehr Wert auf natürliche Farben als auf einen exzellenten Energieverbrauch legt, ist in der Plasma-Ecke eventuell am besten aufgehoben. Etwa beim Panasonic Viera TX-P 42 S 10 E mit 42-Zoll-Bilddiagonale, der rund 720 Euro kostet.

Wer im Wohnzimmer viele Fenster und dadurch wechselnde Beleuchtungssituationen hat und den Fernseher gern im Dauerbetrieb nutzt, ist wahrscheinlich besser mit einem matten und sparsamen LCD-Bildschirm beraten. Gerade Geräte mit der neuen LED-Technik sind momentan noch etwas teurer, für den 40 Zoll großen Samsung UE 40 B 6000 VPXZG etwa müssen Verbraucher mit noch rund 900 Euro rechnen. Doch für Viel-Fernschauer kann sich diese Investition lohnen.

Von Martin Doffek

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