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Der Playmobil-Chef Horst Brandstätter ist tot.

Ein Leben für bunte Plastikfiguren

Playmobil-Chef Brandstätter gestorben

Zirndorf -Bunte Plastikfiguren bestimmten das Leben von Playmobil-Inhaber Horst Brandstätter. Selbst im Ruhestand wachte er über sein Lebenswerk. Nun ist er gestorben.

Playmobil bestimmte sein Leben. Der Gedanke an die kleinen Plastikfiguren ließ Horst Brandstätter auch im hohen Alter nicht los. Zwar hatte sich der Alleininhaber eines der größten deutschen Spielwarenproduzenten bereits vor mehreren Jahren aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, doch die Leitlinien in der Zirndorfer Firmenzentrale bestimmte er weiterhin als Vorstandschef einer Unternehmensstiftung mit. Am vergangenen Mittwoch ist Brandstätter im Alter von 81 Jahren gestorben, wie eine Firmensprecherin am Montag mitteilte.

Angetrieben wurde Horst Brandstätter vor allem von seinem Pflichtbewusstsein. „Ich musste mich in die Firma einarbeiten und meine Aufgabe erfüllen. Das war mir vorgegeben, diese Teilhaberschaft“ - so nüchtern charakterisierte er selbst seinen Werdegang. Einfach war dieser Weg nicht immer: „So ein Unternehmen ist mit Sicherheit eine Belastung. Aber damit muss man leben.“

Geboren am 27. Juni 1933 im mittelfränkischen Zirndorf, hatte der Sohn eines Spielwarenfabrikanten im Alter von sieben Jahren den Tod des Vaters zu verkraften. „Einfach war meine Kindheit nicht“, erinnerte sich Brandstätter. Nach einer Lehre als Formenbauer stieg „HOB“, wie ihn seine Angestellten nannten, in das Familienunternehmen Geobra Brandstätter ein - und musste sich nach der Volljährigkeit mit 21 Jahren den Platz neben seinen wesentlich älteren Mitteilhabern erkämpfen.

Nach und nach stiegen die Verwandten aus der Firma aus, und Brandstätter baute das Unternehmen um. Statt auf Metallspielzeug setzte er auf Kunststoff. Bei Hula-Hoop-Reifen stieg das Unternehmen 1958 zum europäischen Marktführer auf. Mit der Ölkrise Anfang der 70er wurde Plastik teuer, und Brandstätter ließ ein Systemspielzeug entwickeln. Die Idee: Viele einzeln zu kaufende Bestandteile lassen eine Miniaturwelt entstehen.

1974 begannen die Playmobilfiguren ihren Siegeszug. 7,5 Zentimeter groß, mit freundlichen, aber kantigen Formen bekamen sie immer weitere Spielewelten an die Seite gestellt - von der Jugendstilvilla über das Piratenschiff bis hin zur Nachrichtenzentrale der Geheimagenten. Heute sind sie aus den Kinderzimmern überhaupt nicht mehr wegzudenken - rund 2,8 Milliarden Polizisten, Bauarbeiter und Bankräuberinnen wurden bereits hergestellt. Deren enorme Beliebtheit trieb den Umsatz der Gruppe 2014 auf 595 Millionen Euro.

In einem Alter, in dem andere in den Ruhestand gehen, startete der Vater zweier Söhne ein weiteres unternehmerisches Projekt. Mit Pflanzgefäßen unter dem Markennamen „Lechuza“ stellte er die Gruppe im Jahr 2000 auf ein zweites Standbein, das zunehmend kräftiger wurde.

Lebhaft und warm wurden Brandstätters blaue Augen, wenn die Sprache auf Schäferhündin „Emma“ kam - einen Abkömmling des berühmten „Kommissar Rex“ - die ihn auch ins Büro begleitete. Und wahre Leidenschaft blitzte hinter seiner zurückhaltenden Art auf, sobald sein Hobby zur Sprache kam. „Golf ist für mich nicht nur ein Zeitvertreib, sondern geistig und körperlich ein Muss.“

Im Winter lebte Brandstätter daher in Florida - nicht nur um seinen Sport auch in der kalten Jahreszeit ausüben zu können. Er wollte damit sein Führungsteam früh auf die Zeit ohne ihn vorbereiten. „Es gibt Chefs, die sitzen an ihrem Schreibtisch und verhalten sich so, als ob sie das ewige Leben haben“, wunderte sich Brandstätter nach seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft. Er selbst versuchte, frühzeitig seine Nachfolge zu regeln und verfügte, dass Playmobil nach seinem Ableben als Stiftung weitergeführt wird.

dpa

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