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Die massive Pleitewelle in Deutschland hat sich zuletzt etwas abgeschwächt.

Pleitewelle etwas abgeschwächt

Frankfurt - Die massive Pleitewelle in Deutschland hat sich zuletzt etwas abgeschwächt. Im November 2009 wurden 2539 Unternehmensinsolvenzen von den Amtsgerichten gemeldet.

Das waren 6,9 Prozent mehr als im November 2008, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im Oktober waren noch 2848 Pleiten gezählt worden, das bedeutete ein Plus von 15,9 Prozent. Für die ersten elf Monate 2009 zusammen ergibt sich nun ein Anstieg um 11,3 Prozent auf 30 104 Pleiten. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hatte kürzlich für das Gesamtjahr 2009 einen Anstieg um 16 Prozent auf 34 300 Fälle prognostiziert und hielt am Mittwoch an ihrer Prognose fest. Andere Experten hatten sogar bis zu 40 000 Pleiten im vergangenen Jahr vorhergesagt.

Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands erklärte, er rechne nun mit etwas weniger als 35 000 Pleiten im Gesamtjahr 2009. In diesem Jahr sei aber ein Insolvenzrekord zu befürchten. “Wir haben den Berg noch nicht überschritten“, sagte Verbandsvorsitzender Siegfried Beck der dpa. “Wir stehen jetzt vor einer Welle von Folgeinsolvenzen“, hieß es in einer Mitteilung. Den Höchststand an Insolvenzen gab es dem Verband zufolge in den Jahren 2003 und 2004 jeweils mit knapp 40 000 Fällen. Der Verband betonte, dass die deutschen Insolvenzverwalter der Pleitewelle gewachsen seien. “Die Kapazitäten der Insolvenzverwalter-Kanzleien reichen aus. Wir sind gerüstet“, erklärte der Verband.

Weiter stark ansteigend ist in Deutschland die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Im November wurden 8882 Fälle gemeldet, das sind 12,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. In den ersten elf Monaten 2009 zusammen stieg die Zahl um 2,7 Prozent auf mehr als 92 000. Die voraussichtlichen offenen Forderungen aller Gläubiger bezifferten die Gerichte für November auf 3,0 Milliarden Euro nach 2,2 Milliarden Euro im Vorjahresmonat.

dpa

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