Pleitewelle rollt weiter über Deutschland

- München - Die Pleitewelle in Deutschland rollt weiter. Die Gesamtzahl der Insolvenzen stieg binnen Jahresfrist um mehr als 21 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Insgesamt meldeten 8275 Unternehmen, Selbstständige und Privatpersonen im Mai dieses Jahres Insolvenz an. Allein in Bayern rechnet der Bund der Selbstständigen heuer mit 5000 Firmenpleiten.

<P>Besonders stark nahmen die Pleiten von Privatpersonen (plus 67,7 Prozent) und ehemaligen Selbstständigen (plus 46,5 Prozent) in Deutschland zu. Bei den Unternehmen verzeichneten die Statistiker einen Zuwachs von knapp 7 Prozent.</P><P>Auch in den ersten fünf Monaten 2003 stieg die Zahl der gemeldeten Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr kräftig und zwar um rund 25 Prozent auf 41 412. Dabei entfiel der Großteil mit 16 720 (plus 8,5 Prozent) auf Unternehmen. Rund 70 Prozent mehr Verbraucher meldeten von Januar bis Mai bei den Amtsgerichten die eigene Zahlungsunfähigkeit, bei den ehemals Selbstständigen nahm die Zahl um knapp 70 Prozent zu. Die Gesamthöhe aller offenen Forderungen liegt in den ersten fünf Monaten nach Zählungen der Gerichte bei 19,1 Milliarden Euro _ 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.</P><P>Hohe Steuer- und Abgabenlasten sowie mangelnde Aufträge werden nach Einschätzung des Bundes der Selbstständigen in diesem Jahr rund 5000 Firmenpleiten in Bayern zur Folge haben. "Wenn es so weiter geht, dann wird alleine der Freistaat Ende dieses Jahres 5000 potenzielle Arbeitgeber, Ausbilder und Steuerzahler weniger haben als noch vor einem Jahr", sagte Verbandspräsident Fritz Wickenhäuser. Ursache für die Insolvenzen seien neben hohen Belastungen auch Bürokratie und fehlendes Kapital, sagte Wickenhäuser.</P>

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