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Wenn der Chefarzt im eigenen Krankenzimmer regelmäßig zur Visite kommen soll, braucht es für Kassenpatienten eine Zusatzverischerung.

Zusatzversicherungen im Test

Die Police für den Chefarzt

Wer als gesetzlich Versicherter im Krankenhaus ähnlich behandelt werden will wie ein Privatpatient, braucht eine Zusatzversicherung. Stiftung Warentest hat verschiedene Angebote untersucht, wir stellen Ihnen die Diagnose der Verbraucherschützer vor.

Die erste Frage ist die entscheidende. „Kasse oder privat?“ So werden viele Patienten im Krankenhaus empfangen. Die Antwort bestimmt vieles: Wer gesetzlich versichert ist, wird nun normalerweise in einem Mehrbettzimmer untergebracht und in der Regel von den Ärzten behandelt, die gerade Dienst haben. Einen Chefarzt bekommt ein Kassenpatient nur dann zu Gesicht, wenn dies aus medizinischer Sicht unbedingt erforderlich ist. Privatpatienten bekommen dagegen ein Bett im Ein- oder Zweibettzimmer und werden regelmäßig von Chefärzten behandelt, denn ihnen können Chefärzte jede Leistung einzeln berechnen. Deshalb lohnt es sich für sie finanziell, mit Privatpatienten einen größeren medizinischen Aufwand zu betreiben.

Was bringt eine Zusatzversicherung?

Wer als Kassenpatient eine private Zusatzversicherung abschließt, ist damit einem Privatpatienten nahezu gleichgestellt. Die komfortablere Unterbringung ist dabei keineswegs der Hauptvorteil, denn einen Platz im Ein- oder Zweibettzimmer können gesetzlich Versicherte auch ohne Zusatz-Police gegen Aufpreis bekommen. Je nach Klinik und Abteilung kostet dies etwa 50 bis 100 Euro pro Tag.

Wesentlich teurer wird es dagegen, wenn sich ein Kassenpatient ohne Zusatzversicherung von einem Chefarzt operieren lassen will. Chefärzte rechnen nach der privaten Gebührenordnung ab, die Preise steigen je nach Schwierigkeit der Behandlung. So können schnell mehrere tausend Euro zusammenkommen. Für das Einsetzen einer künstlichen Herzklappe werden beispielsweise 7000 bis 8500 Euro fällig. Kosten, die sich sparen kann, wer eine Zusatzpolice abschließt.

Weiterer Vorteil einer solchen Versicherung ist, dass bei den meisten Tarifen – anders als bei gesetzlichen Versicherungen üblich – ohne Aufpreis ein anderes als das nächstgelegene Krankenhaus aufgesucht werden kann. Wer in einer Privatklinik behandelt werden will, muss allerdings selbst etwas zuzahlen.

Was sind die besten Angebote?

Um herauszufinden, welche Angebote empfehlenswert sind, haben die Tester die Zusatzversicherungen aller privaten Krankenversicherer untersucht, die keine Selbstbeteiligung des Kunden vorsehen und deren Beiträge nicht mit dem Alter steigen. Die besten Angebote sind nach Ansicht der Verbraucherschützer die Tarife SZ der Huk-Coburg und 400 der LHK. Wer im Alter von 43 Jahren einsteigt und gesund ist, zahlt zwischen 35 und 40 Euro im Monat. Etwas günstiger sind Zweibettzimmertarife zu haben. Hier konnten für Männer der Tarif ST-G2 der DEVK und für Frauen der Tarif 262 der Arag überzeugen (siehe Tabellen).

Wer in jedem Fall den höchstmöglichen Leistungsumfang erhalten und in einem Einbettzimmer untergebracht werden möchte, sollte laut Stiftung Warentest als Mann den Tarif SG+SE der Württembergischen wählen. Frauen empfehlen die Verbraucherschützer den Tarif 261 der Arag. Der beste Zweibettzimmertarif mit Maximalleistungen ist demnach für Männer und Frauen Arag 262. Wer einen solchen Tarif wählt, dem werden auch Chefarzthonorare über den Höchstsatz der Gebührenordnung hinaus erstattet. Zudem bezahlt die Versicherung auch bei ambulanten Operationen die Chefarztkosten.

Zwar bieten auch gesetzlihe Kassen Zusatzversicherungen an, treten dabei aber lediglich als Vermittler für private Versicherungsunternehmen auf. Die Verbraucherschützer raten davon ab, diese Angebote ungeprüft zu unterschreiben. Da die Kassen nicht alle angebotenen Tarife vermitteln, sollten diese immer auch mit den Tarifen anderer Versicherer verglichen werden.

Kann diese Tarife jerder bekommen?

Nein, vor Vertragsschluss verlangen die Versicherungen Informationen über die bisherige Krankheitsgeschichte. Bei Vorerkrankungen kassieren sie Risikozuschläge, schließen Leistungen für bestimmte Krankheiten aus oder lehnen den Vertragsschluss sogar ganz ab.

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