Politiker: USA mit schuld an hohem Ölpreis

- Frankfurt/New York - Der Ölpreis ist in New York kurzzeitig auf über 40 Dollar je Barrel gestiegen. Damit kostete Erdöl so viel wie kurz vor dem Golfkrieg 1990. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, machte die USA für den hohen Ölpreis mitverantwortlich. "Die labile Situation im Nahen Osten und im Irak habe den Ölpreis sprunghaft ansteigen lassen", sagte Wend dem Kölner "Sonntag-Express". "Die USA hatten auch energiepolitische Absichten, als sie damals Kuwait verteidigten und vor einem Jahr in Irak einmarschiert sind. Bisher ist die Rechnung, den Ölpreis stabil zu halten oder zu senken, nicht aufgegangen. Im Gegenteil."

"Die Lage ist bedrohlich. Es besteht die Gefahr, dass der Aufschwung in Europa gebremst wird." Die Bundesregierung könne wenig tun, da weder der Grund für den hohen Rohölpreis noch das Gegenmittel in ihren Händen lägen. "Ein Gipfel würde Erwartungen wecken, die die Bundesregierung nicht erfüllen kann." Zwar könne sie die Öko-Steuer senken. "Der Löwenanteil fließt allerdings in die Rente, nur ein kleiner Teil in erneuerbare Energien. Man müsste also im Gegenzug die Rentenbeiträge erhöhen, die Rentenleistungen kürzen oder andere Steuern erhöhen und in die Rentenkasse umleiten. Ich halte jede dieser Maßnahmen für falsch."<BR><BR>Der Schlüssel liege in der Außenpolitik, betonte Wend. Die Bundesregierung könne auf die Opec einwirken, die Fördermenge zu erhöhen. "Und sie wird natürlich versuchen, auf eine Beruhigung in Irak und Nahen Osten hinzuwirken."<BR><BR>Dagegen ist trotz des hohen Ölpreises der Vorstandschef der Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, für das eigene Geschäft zuversichtlich. "In unseren Ergebnisprognosen ist der hohe Ölpreis schon enthalten", sagte Mayrhuber. Lufthansa hat nach Mayrhubers Worten im Gegensatz zu anderen Gesellschaften rechtzeitig Vorsorge getroffen und mehr als 80 Prozent ihres Treibstoffbedarfs für das Jahr 2004 "innerhalb einer gewissen Bandbreite" abgesichert. Zudem seien mit den neuen Airbus-Typen A340-600 und A330-300 Flugzeuge in Betrieb genommen worden, die 16 Prozent weniger Treibstoff verbrauchten. "Wir sind sowohl mit dem Kundenzuspruch als auch mit den Preisen, die wir erzielen können, zufrieden." <BR><BR>Der Autoforscher Ferdinand Dudenhöffer hingegen erwartet durch die anhaltend hohen Kraftstoffpreise eine sinkende Autonachfrage. "Jetzt haben wir aber unsere Prognosen für dieses Jahr von 3,4 auf 3,3 Millionen Pkw gesenkt", sagte der Auto-Marktforscher der Fachhochschule Gelsenkirchen und Geschäftsführer der Prognosegesellschaft für die Automobilindustrie B&B Forecast. "Ich rechne damit, dass die Benzinpreise noch mindestens zwei bis drei Monate auf einem hohen Niveau bleiben", betonte Dudenhöffer. Weitere deutliche Erhöhungen seien aber kaum zu erwarten. Hohe Benzinpreise stärken den Trend zu sparsameren Autos und rufen größere Förderanstrengungen hervor, die dann wieder lukrativer werden - zum Beispiel im Emsland.<BR><BR>

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