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Auch der französische VW-Zentrale in Villers-Cotterêts wurde von Ermittlern im Zuge des Abgas-Skandals durchsucht. Foto: Julian Stratenschulte

Polizei durchsucht Sitz von Volkswagen in Frankreich

Paris/Wolfsburg (dpa) - Die Ermittlungen gegen den Autobauer Volkswagen wegen der Abgas-Manipulationen nehmen auch im Ausland Fahrt auf. Französische Ermittlungsbehörden durchsuchten den VW-Sitz in Frankreich. Die Razzia fand bereits am Freitag statt, wie ein VW-Sprecher in Wolfsburg bestätigte.

Zuvor hatte bereits das Wochenblatt "Journal du Dimanche" darüber berichtet. Der Konzern habe "in vollständiger Transparenz mit der Polizei kooperiert", sagte eine VW-Sprecherin in Frankreich.

Laut Staatsanwaltschaft wurden Computer und Dokumente aus den Räumen der VW-Zentrale in Villers-Cotterêts im Département Aisne in der Nähe von Paris mitgenommen. An dem Standort sind rund 700 Menschen beschäftigt.

Die französische Justiz hatte bereits Vorermittlungen wegen schweren Betrugs eingeleitet. In Frankreich sind rund 950 000 VW-Fahrzeuge vom Abgas-Skandal betroffen. VW hatte mit einer Software Abgastests manipuliert.

Am vergangenen Donnerstag hatte die italienische Finanzpolizei mehrere Büros von Volkswagen in Italien durchsucht. Betroffen waren Räumlichkeiten am Hauptsitz in Verona und bei der Tochter Lamborghini in Bologna, wie ein Sprecher der Finanzpolizei in Verona gesagt hatte.

Die Staatsanwaltschaft Verona ermittelt gegen einige Manager des Konzerns in Italien wegen des Verdachts auf Handelsbetrug. In Italien sind knapp 650 000 Autos von dem Skandal um gefälschte Abgaswerte bei Volkswagen betroffen. Die Staatsanwaltschaft in Turin hatte bereits in der letzten Septemberwoche Ermittlungen aufgenommen. Auch die italienische Kartellbehörde beschäftigt sich mit dem Fall.

Auch in Deutschland hatte es bereits eine groß angelegte Razzia in Wolfsburg und anderen Orten gegeben. Auf der Suche nach den Schuldigen in der Abgasaffäre stellten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig Ermittler Akten und Computer sicher. Es seien sowohl Geschäftsgebäude des Konzerns als auch Wohnungen von VW-Mitarbeitern durchsucht worden, hieß es.

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