Polizeifunk-Ausschreibung: EADS bleibt übrig

- Berlin - Ein Konsortium um den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist der einzige verbliebene Bewerber um die Auftragsvergabe für den digitalen Polizeifunk in Deutschland. EADS habe nach Auswertung der schriftlichen Unterlagen das wirtschaftlichste und fachlich beste Angebot abgegeben, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Man werde jetzt Gespräche mit EADS führen. Wenn diese erfolgreich verlaufen, werde das System getestet. Damit ist unter anderem das Konsortium um den US-Konzern Motorola und T-Systems aus dem Rennen. Der Auftrag für den digitalen Polizeifunk dürfte mehrere Milliarden Euro Wert sein.

Bei dem neuen Netz ist zu unterscheiden zwischen dem Betrieb, den die Bahntochter Telematik übernehmen soll, und der Systemtechnik, die ausgeschrieben wurde. Insgesamt soll die Umstellung mehrere Milliarden Euro kosten. Bis spätestens Ende 2010 soll das System verfügbar sein. Deutschland hat sich dabei für das abhörsichere Bündelfunksystem Tetra (Terrestrial Trunked Radio) entschieden.

"Wir haben das wirtschaftlichste Angebot abgegeben", sagte EADS-Sprecherin Susanne Hartwein. "Die endgültige Entscheidung wird erst mit der Auftragsvergabe erfolgen." Man erwarte dies Mitte des Jahres.

Der Deutschland-Chef des Mobilfunk-Spezialisten Motorola, Norbert Quinkert, bestätigte, sein Unternehmen sei aus seiner Sicht überraschend frühzeitig aus dem Vergabeverfahren ausgeschieden. Motorola hatte sich zusammen mit der Telekom-Tochter T-Systems und dem Münchner Elektronikkonzern Rohde & Schwarz um die Ausschreibung beworben.

Der EADS-Konzern, der mit Siemens als Partner an der Ausschreibung teilnahm und erst im vergangenen Jahr die Tetra-Sparte von Nokia übernommen hatte, bekommt nun als Einziger die Gelegenheit, sein Funksystem prüfen zu lassen.

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