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Porsche kurz vor Börsengang: VW gibt Aktienpreise bekannt

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Von: Lisa Mayerhofer

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Es ist der bedeutendste Börsengang in Deutschland seit mehr als 25 Jahren: Porsche wagt sich am Donnerstag aufs Parkett – trotz widriger Umstände.

Update vom 28. September, 21.25 Uhr: Wie Volkswagen am Mittwochabend nach Ende der Zeichnungsfrist bekannt gab, sammelt der Autobauer mit dem Börsengang seines Tochterunternehmens Porsche knapp 9,4 Milliarden Euro ein. Die Vorzugsaktien werden für je 82,50 Euro an Anleger ausgegeben und liegen damit am oberen Ende der vorab ausgegebenen Spanne von 76,50 Euro bis 82,50 Euro je Aktie. Der Börsengang der Porsche AG ist damit deutschlandweit die größte Erstemission seit der Telekom 1996.

Am Donnerstag können von 911 Millionen Porsche-Wertpapieren rund 114 Millionen an der Börse gehandelt werden. Knapp fünfzehn Millionen Aktien zur Abdeckung von Mehrzuteilungen sind darin enthalten. Porsche AG erreicht, bezogen auf den Ausgabepreis, eine Marktkapitalisierung von knapp 75 Milliarden Euro - was letztendlich weniger ist, als vor den jüngsten Börsenturbulenzen erwartet wurde. Dennoch liegt es noch im Rahmen dessen, was Analysten vor kurzem prognostiziert haben. Zum Vergleich: Der Börsenwert der Konzernmutter VW lag zuletzt bei rund 84 Milliarden Euro.

Porsche kurz vor Börsengang: Aktienpreise am oberen Ende erwartet

Erstmeldung vom 28. September: Stuttgart/Frankfurt – Porsche wagt trotz nervöser Finanzmärkte den großen Auftritt: Am Donnerstag geht der deutsche Sportwagenbauer an die Frankfurter Börse. Die Preisspanne pro Aktie beträgt zwischen 76,50 Euro und 82,50 Euro. Laut Informationen des Handelsblatts wird die Aktie aber voraussichtlich am oberen Ende der Preisspanne auf den Markt kommen.

Porsche-Mutter Volkswagen hofft auf Erlös von 9,4 Milliarden Euro

Knapp 114 Millionen Vorzugsaktien sollen platziert werden, wer weniger als den Emissionspreis geboten hat, bekommt keine Aktien. Die Aktien werden unter denjenigen verteilt, die zum Emissionspreis oder höher gezeichnet haben. Die Porsche-Mutter Volkswagen hofft auf einen Erlös von 9,4 Milliarden Euro durch den Börsengang und eine Bewertung des Autobauers von bis zu 75 Milliarden Euro.

Die Bewertung des Unternehmens liegt damit zwar unterhalb früherer Schätzungen der VW-Mutter – aber noch immer deutlich über der anderer Konkurrenten: So werden BMW und Mercedes mit 49 Milliarden Euro beziehungsweise 61 Milliarden Euro bewertet, und das, obwohl sie deutlich mehr Autos produzieren als die Sportwagenmarke aus Zuffenhausen.

Porsche: Bedeutendster deutscher Börsengang seit der Telekom

Porsches Gang aufs Parkett ist gemessen am Wert der Aktien der bedeutendste in Deutschland seit dem Börsengang der Deutschen Telekom 1996. Auf europäischer Ebene gilt er als der größte seit dem Börsengang des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore im Jahr 2011.

Das Grundkapital von Porsche wurde für den Börsengang zu gleichen Teilen in Vorzugsaktien und Stammaktien unterteilt. Wer Vorzugsaktien besitzt, hat kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung, dafür gibt es in der Regel eine höhere Dividende. Die Aktienarten werden zu unterschiedlichen Kursen gehandelt.

Vorgesehen ist, dass bis zu 25 Prozent der Vorzugsaktien von Anlegern erworben werden können, neben institutionellen Investoren auch von Privatanlegern in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die Porsche Automobil Holding SE würde außerdem 25 Prozent plus eine der Stammaktien der Porsche AG von der Volkswagen AG erwerben – und damit eine Sperrminorität an dem Sportwagenhersteller.

Das Investoreninteresse ist groß: So haben etwa allein die staatlichen Investmentfonds in Katar und Abu Dhabi, der norwegische Staatsfonds sowie die US-Investmentfirma T. Rowe Price angekündigt, Vorzugaktien im Wert von zusammen genommen 3,6 Milliarden Euro zu zeichnen – das größte Investment kommt aus Katar.

Wird Porsches Börsengang ein Erfolg?

Das eingesammelte Geld dürfte der Autobauer in den weiteren Ausbau der Elektromobilität stecken: Schon 2030 sollen mehr als 80 Prozent der neu ausgelieferten Fahrzeuge vollelektrisch angetrieben sein. Der Hersteller des legendären 911-Modells hat bereits Erfahrungen – der elektrisch betriebene Porsche „Taycan“ ist seit diesem Jahr das meistverkaufte Modell der Marke, 2024 soll eine elektrische Version des Porsche „Macan“ auf den Markt kommen.

Ob der Börsengang ein Erfolg wird, hängt vom derzeit noch „schwierigen wirtschaftlichen Umfeld“ ab, wie Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer betont. Ukraine-Krieg, Inflation, drohende Rezession und steigende Zinsen – derzeit sei „nicht die beste Zeit für einen Börsengang“ und es gebe „wenig Argumente, Anleger für Aktienkäufe zu begeistern“. Gleichwohl markierten Porsche und der Börsengang eine „internationale Wertschätzung deutscher Ingenieurskunst“ und das Potenzial für einen Börsenerfolg sei da.

Volkswagen dürfte auf etwas Glanz davon hoffen. Derzeit liegt der Börsenwert des Konzerns insgesamt bei rund 90 Milliarden Euro – nur ein Bruchteil der Bewertung des großen US-Konkurrenten Tesla, die bei um die 900 Milliarden Dollar liegt. (lma/AFP)

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