Porsche Turbo mit 580 PS im 911er-Programm.
+
Ein 911er Porsche

Porsche – Ikone der Sportwagen

Porsche: Modelle, Eigentümer, wirtschaftliche Entwicklung - alle Infos zum Sportwagen-Hersteller aus Zuffenhausen. 

Seit mit dem 356 Roadster 1948 der erste Porsche vom Band lief, gehört das Unternehmen aus Stuttgart Zuffenhausen zu den Weltmarktführern für Sportwagen.

  • Ferdinand Porsche gründete den Sportwagenhersteller 1931 in Stuttgart und schrieb damit ein Teil deutscher Automobilgeschichte.
  • Seit 1948 das erste Fahrzeug, der 356 Roadster, vom Band lief, besteht eine enge Verbindung zwischen Porsche und Volkswagen.
  • Kerngeschäft von Porsche sind Sportwagen, mittlerweile produziert das Unternehmen aus Stuttgart Zuffenhausen aber auch Limousinen und SUVs.

Stuttgart - Der weltbekannte Kraftfahrzeughersteller Porsche AG (eingetragen als: Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft) ist seit 1931 Teil der deutschen Automobilgeschichte. Ferdinand Porsche (75, 1951) gründete das Unternehmen, dessen Firmensitz sich in Stuttgart-Zuffenhausen befindet. Ein Mitbegründer von Porsche war auch Anton Piëch (57, 1952), der dann von 1941 bis 1945 die Leitung des Volkswagen-Stammwerks in Wolfsburg übernahm.

Zu Beginn lag der Schwerpunkt von Porsche auf der Konstruktion von Kraftfahrzeugen für andere Firmen, wie z. B. Zündapp. Als Geburtsstunde der Marke Porsche nennt das Unternehmen selbst daher den 8. Juni 1948, als das erste Automobil mit dem Namen Porsche, der 356 Roadster, seine Zulassung erhielt.

Seit 2012 firmiert die Porsche AG unter dem Dach des Volkswagen Konzerns. Die eigenständige Porsche Automobil Holding SE wiederum hält einen Mehrheitsanteil der VW-Stammaktien. Hauptsächlich ist Porsche für seine Sportwagen bekannt, seit 2002 produziert die Marke aber auch SUVs und seit 2009 Oberklasse-Limousinen. Vorstandsvorsitzender der Porsche AG ist Oliver Blume, der 2015 seinen Vorgänger Matthias Müller ablöste und seitdem im Amt ist. Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG ist Wolfgang Porsche.

Die Familien Piëch und Porsche leiten den Aufstieg zur Weltmarke ein

Die Anfänge der Porsche AG gehen bis in das Jahr 1931 zurück. Am 25. April 1931 gründete Ferdinand Porsche in Stuttgart sein eigenes Konstruktionsbüro, die Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH, Konstruktion und Beratung für Motoren- und Fahrzeugbau. Neben ihm selbst (80 % Firmenanteile) waren auch der Kaufmann und Rennfahrer Adolf Rosenberger (67, 1967) mit 10 % und Anton Piëch, Ehemann von Porsches Tochter Louise Porsche, mit 10 % an dem Unternehmen beteiligt. Im Juli 1935 übernahm Ferdinand Porsches einziger Sohn Ferry Porsche (88, 1998), der neben dem Konstrukteur Karl Rabe (72, 1968) zu den ersten Mitarbeitern des Konstruktionsbüros gehörte, den 10-prozentigen Firmenanteil von Adolf Rosenberger. 1937 wechselte der Firmensitz auf das heutige Gelände in Stuttgart Zuffenhausen.

Nach dem rasanten Wachstum der Marke Porsche nach dem 2. Weltkrieg entwickelten sich Familienstreitigkeiten, woraufhin Anfang der 70er Jahre die Enkel des Gründers, Entwicklungsleiter Ferdinand Piëch (82, 2019) , Produktionsleiter Hans-Peter Porsche und Chefdesigner Ferdinand Alexander Porsche (76, 2012) das Unternehmen verließen. Sie blieben dem Zuffenhausener Unternehmen allerdings in anderen Positionen bei Volkswagen, der Porsche Design GmbH und dem Hans-Peter Porsche Traumwerk erhalten.

Porsche und Volkswagen erobern gemeinsam die Automobilwelt

Aus dem Jahr 1948 stammen die ersten vertraglichen Verbindungen zum Unternehmen Volkswagen, das zu dieser Zeit Heinrich Nordhoff (69, 1968) leitete. Der erste Porsche 356 Roadster enthielt viele VW-Komponenten, genauso wie der 1976 präsentierte Porsche 924. Die Geländewagen Porsche Cayenne und VW Touareg basieren auf derselben Konstruktionsplattform und die Karosserie beider Fahrzeuge wird im VW-Werk in Bratislava produziert.

Von 1993 bis 2002 leitete Gründerenkel Ferdinand Piëch den VW-Konzern. Er gilt als „geistiger Vater“ des Rennwagens Porsche 917, der 1970 erstmals das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewann. Wendelin Wiedeking leitete zunächst von 1993 bis 2009 die Porsche AG und wurde 2006 zusätzlich Aufsichtsratsmitglied bei Volkswagen. Unter seiner Leitung präsentierte Porsche erstmals die Modelle Boxster, Cayman, Panamera und Cayenne.

Die Zusammenführung von Volkswagen und Porsche endete am 1. August 2012 mit der vollständigen Übernahme der Porsche AG durch Volkswagen. Gleichzeitig hält die 2007 aus der Porsche AG hervorgegangene Beteiligungsgesellschaft Porsche Automobil Holding SE 53,3 Prozent der Stammaktien der Volkswagen Aktiengesellschaft.

Porsche – Prototypen und Entwicklungsprojekte aus Stuttgart Zuffenhausen

Neben dem Kerngeschäft versuchte sich Porsche im Laufe seiner Geschichte auch immer wieder in anderen Sparten. Während des 2. Weltkriegs entwarf der Sportwagenhersteller aus Stuttgart Zuffenhausen den Kübelwagen, den dann Volkswagen von 1940 bis 1945 für die deutsche Wehrmacht produzierte. Darauf aufbauend stellte Porsche 1940 auch noch einen Schwimmwagen vor, der schwimm- und geländetauglich war. In den 50er Jahren produzierte das Unternehmen auch den Porsche Traktor, ab 1956 unter der Leitung von Albert Prinzing (82, 1993). Die Sparte verkaufte Porsche jedoch 1963 an Renault.

Auch an der Entwicklung des ersten Kampfpanzers für die Bundeswehr, dem Leopard 1, beteiligte sich das Porsche Konstruktionsbüro ab 1959. 1988 stellte Porsche mit dem Porsche 989 den Prototypen für eine Sport-Limousine vor, die als Vorgänger des Porsche Panamera betrachtet werden kann. Die Studie Porsche Mission E aus dem Jahr 2015 war schließlich der Start in das Thema Elektromobilität. Darauf aufbauend produziert Porsche seit 2019 das Modell Taycan auch mit reinem E-Antrieb.

Porsches Meilensteine der Produktentwicklung erobern Automobilmarkt und Rennsportwelt

Porsche sorgte in der weltweiten Automobilgemeinschaft immer wieder mit Innovationen für Aufsehen. Auch auf den Rennsport hatte Porsche großen Einfluss. Seit dem ersten Werkeinsatz von Porsche beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans 1951 konnte die Marke das Rennen 19 Mal gewinnen (Stand: 2020). Aber auch außerhalb des Rennsports erhielt Porsche Beachtung für seine Neuerungen und Entwicklungen. Mit dem Porsche 914, der ursprünglich für Volkswagen entwickelt wurde, brachte der Autohersteller aus Stuttgart Zuffenhausen diesen „Volksporsche“ 1975 auf den Markt und behielt das Fahrzeug bis 1988 im Produktsortiment.

Ab 1977 versuchte sich Porsche mit dem Modell 928 an einem Gran Turismo, also an einem Sportwagen, der den Komfort einer Limousine bietet und für Langstrecken ausgelegt war. Porsche stellte die Produktion des 928 im Jahr 1995 ein und kehrte erst wieder mit dem Panamera in die Sparte der Sport-Limousine zurück. Mit dem Supersportwagen 959 setzte Porsche 1986 neue Maßstäbe in der Automobilszene. Er galt bei Erstauslieferung als schnellstes Serienfahrzeug der Welt und präsentierte zahlreiche technische Neuerungen. Mit dem Porsche 918 folgte 2013 ein weiterer Supersportwagen. Die Produktion war auf 918 Exemplare limitiert und endete im Jahr 2015. Seit 2009 können Interessierte viele dieser Sportwagen im Porsche Museum in Zuffenhausen besichtigen.

Porsche - aktuelle Modellreihen aus Stuttgart Zuffenhausen

Neben Sportwagen präsentiert die Porsche AG in ihrem aktuellen Fahrzeugportfolio auch Limousinen und SUVs (Stand: 2020).

Sportwagen mit Mittelmotor:

  • 718 Boxster
  • 718 Cayman

Beide Modelle sind als Variante GTS 4.0 erhältlich. Den Cayman bietet Porsche auch als GT4 an und den Boxster gibt es zusätzlich als Ausführung 718 Spyder.

Sportwagen mit Heckmotor:

  • 911 

Den Porsche 911 präsentiert das Unternehmen aus Zuffenhausen als Carrera, Cabrio und Targa. Darüber hinaus bietet die Version 911 Targa 4S Heritage Design Edition echtes Rennsportfeeling. Auch die Modelle 911 Turbo, 911 Speedster und 911 GT3 RS gehören zum Produktportfolio.

Oberklasse-Limousinen:

  • Taycan
  • Panamera

Den Taycan hat Porsche als reine Elektroversion im Angebot. Den Panamera gibt es auch als Kombi Sport Tourismo, GTS, Turbo sowie als E-Hybrid.

SUVs:

  • Macan
  • Cayenne

Macan und Cayenne bietet Porsche auch als S-Version, Turbo und GTS an. Der Porsche Cayenne steht zusätzlich als E-Hybrid und Coupé zur Verfügung.

Viele der präsentierten Modelle werden auch immer wieder als Sondereditionen aufgelegt, die dann nur in limitierter Stückzahl produziert werden. Alle verfügbaren Modelle für den deutschen Markt präsentiert Porsche auf seiner Homepage.

Von Sebastian Reif

Auch interessant

Kommentare