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VW und Porsche: Die wichtigsten Fragen

Meldungen über angeblich gefallene Entscheidungen im Machtkampf um Porsche sowie VW und die zugehörigen Dementis lösen sich in immer kürzerem Rhythmus ab. Hier die wichtigsten Fragen und Anworten zum Hintergrund des Konflikts.

-Ist der Machtkampf bei Porsche entschieden?

Das wissen nur nur die beteiligten Familienaktionäre. Jede öffentliche Äußerung würde eine mögliche Einigung gefährden oder die eigene Verhandlungsposition schwächen.

-Warum liest man dann immer wieder von einer Entscheidung?

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Das begleitet den Konflikt von Anfang an. Immer wieder wurden Dinge verbreitet, die sich dann als voreilig herausstellten. Das liegt daran, dass alle, die Informationen streuen, zu wenig wissen und eigene Interessen verfolgen. Möglicher Termin für Gewissheit sind die Aufsichtsratssitzungen beider Unternehmen am 23. Juli.

-Was will Ferdinand Piëch?

Er möchte einen VW-Konzern, in dem Porsche aufgeht, und in dem er die beherrschende Figur bleibt. Seine Machtbasis ist das enge Verhältnis zum VW-Betriebsrat, durch das er oft eine Aufsichtsratsmehrheit gegen die Kapitalseite organisieren kann. Dafür ist er bereit, auch gegen seine Interessen als Porsche Aktionär zu handeln.

-Was will Wendelin Wiedeking?

Er will eine möglichst starke Position von Porsche bei VW und spekuliert darauf, dass das VW-Gesetz fällt, das bislang die Vorherrschaft Niedersachsen zementiert.

- Welche Interessen verfolgt das Emirat Katar?

Es könnte zu vergleichsweise preiswerten Konditionen bei Porsche und bei Volkswagen Einfluss gewinnen.

-Was hätte Porsche vom Einstieg der Scheichs?

Die Holding wäre ihre Schulden los. Außerdem gäbe es dann einen zweiten Großaktionär, der mehr VW-Anteile hat als das Land Niedersachsen und sich mit dem ihm gesetzlich zugewiesenen Platz am Aktionärs-Katzentisch nicht zufriedengeben wird. Der Druck auf die EU-Komission, das diskriminierende VW-Gesetz zu kippen, würde wachsen, weil es sich nicht mehr um einen innerdeutschen Aktionärs-Konflikt handeln würde.

-Warum hat Porsche so hohe Schulden?

Ob sie so hoch sind, ist die Frage. Porsche hat mit vergleichsweise geringem finanziellen Einsatz aber Methoden hart an der Grenze der Legalität 51 Prozent der VW-Stammaktien erworben, und dazu das Recht, die Anteile auf 75 Prozent aufzustocken. Der Wert, der diesen Schulden gegenübersteht, liegt gegenwärtig bei über 40 Milliarden Euro.

-Warum hat dann Porsche so große Probleme?

Porsche rechnete fest damit, dass die EU das VW-Gesetz schnell zu Fall bringt. Dann hätte Porsche für weitere rund für bis zehn Milliarden Euro die VW-Beteiligung auf 75 Prozent aufstocken können, was dem Unternehmen Zugriff auf die Barmittel und Gewinne von Volkswagen gesichert hätte. Weil die EU dem Druck der deutschen Regierung zur Erhaltung des VW-Gesetzes vorläufig nachgab, scheiterte dieser Plan. Auch die Banken, die vorher Porsche fast unbegrenzten Kreditspielraum gewährt hatten, bekamen kalte Füße.

-Welche Rolle spielt der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff?

Bei Volkswagen eine entscheidende. Bei Porsche keine.

-Angenommen Piëch setzt sich durch. Was wird aus Wiedeking?

Er würde wohl aufgeben. Da er eine ähnlich zentrale Rolle wie bei Porsche in keinem anderen Unternehmen bekommen könnte, dürfte er dann völlig eigene Wege gehen. Weil mit ihm viele Leistungsträger Porsche verlassen würden, böte sich ein Beratungs- und Entwicklungsdienstleister für die Autoindustrie an. Viele Schwelleländern stünden Schlange.

- Angenommen Wiedeking setzt sich durch?

Piëchs Rolle als Aufsichtsratschef wäre nicht unmittelbar gefährdet, wohl aber Rolle als Schlüsselfigur bei allen strategischen VW-Entscheidungen. Er würde an Gewicht verlieren – und damit wohl die Lust.

Von Martin Prem

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