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Der Euro-Rettungsschirm für Portugal wird immer wahrscheinlicher

Portugal verpasst Sparziel deutlich

Lissabon - Portugal hat sein selbst gestecktes Ziel eines Haushaltsdefizits von 7,3 Prozent nicht erreicht. Wie hoch es tatsächlich ist und was das für das hoch verschuldete Land bedeutet:

Neuer Rückschlag im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise: Das hoch verschuldete Euro-Land Portugal hat sein Sparziel für 2010 entgegen bisherigen Regierungsankündigungen doch deutlich verpasst. Wie die Statistikbehörde INE am Donnerstag in Lissabon mitteilte, betrug das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr 8,6 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die scheidende Regierung von Ministerpräsident José Sócrates hatte sich 7,3 Prozent zum Ziel gesetzt. Die Gesamtschulden des ärmsten Landes Westeuropas wuchsen den Angaben zufolge auf 92,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an.

In dem INE-Bericht wird betont, der höhere Fehlbetrag sei auf die nun strengeren Berechnungsregeln der Europäischen Union (EU) zurückzuführen. Daher müssten einige bisher nicht berücksichtigte Verbindlichkeiten von öffentlichen Unternehmen bei der mitgerechnet werden. Ohne diese hätte das Defizit 6,8 Prozent betragen, hieß es.

Portugal gilt als zur Zeit größter “Wackelkandidat“ der EU. Viele Finanzexperten gehen davon aus, dass das Land früher oder später unter den Euro-Rettungsschirm flüchten muss.

Für das laufende Jahr sagen die Statistiker in Portugal derweil ein Defizit von 4,6 Prozent voraus. Diese Zahl entspricht Lissabons Ziel. Damit werde die Schuldenquote auf 97,3 Prozent steigen, hieß es. Erlaubt sind höchstens 60 Prozent.

Der Sozialist Sócrates war vergangene Woche als Ministerpräsident Portugals zurückgetreten, nachdem seine Minderheitsregierung im Parlament keine Mehrheit für das jüngste Sparpaket gefunden hatte.

dpa

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