"Wollen hohe Qualität liefern"

Post-Chef: Darum wird das Porto teurer 

Berlin - Anfang 2013 soll das Porto für einen Standardbrief steigen - zum ersten Mal seit 15 Jahren. Die Deutsche Post begründet das mit der Kostenentwicklung. Konzernchef Appel sagt, man wolle weiter „hohe Qualität liefern“.

Post-Chef Frank Appel hat die für 2013 geplante Porto-Erhöhung mit Kostendruck und Qualitätssicherung begründet. Er sagte der „Bild“-Zeitung (Samstag): „Es ist die erste Erhöhung seit 15 Jahren. Seitdem sind die Kosten erheblich gestiegen.“ Um weiterhin hohe Qualität zu liefern und die Mitarbeiter anständig bezahlen zu können, „müssen wir diesen Schritt gehen“.

Postkunden sollen ab Anfang nächsten Jahres für einen Standardbrief 3 Cent mehr bezahlen, statt derzeit 0,55 Euro dann 0,58 Euro. Das teilte der Konzern am Freitag in Bonn mit. Die Post habe dies bei der Bundesnetzagentur beantragt. Die Preise für Kompakt- und Großbriefe sowie für Postkarten dagegen sollen stabil bleiben.

Auch Bücher- und Warensendungen werden teurer

Beim Standardbrief würde damit nach der Preiserhöhung 1997 und einer Preissenkung 2003 zum ersten Mal seit 15 Jahren eine „notwendige Anpassung an die allgemeine Kostenentwicklung“ erfolgen, hieß es. Auch das Porto für den nationalen Maxibrief bis 1000 Gramm soll steigen, und zwar von derzeit 2,20 Euro auf 2,40 Euro.

Geplant sind zudem Preiserhöhungen bei Bücher- und Warensendungen sowie im internationalen Versand. So soll laut Post der Preis für einen Kompaktbrief bis 50 Gramm ins Ausland von 1,45 Euro auf 1,50 Euro steigen. Das Produkt Infobrief für den Versand von mindestens 50 inhaltsgleichen Briefen werde eingestellt.

Insgesamt liege die geplante Erhöhung der Preise bei durchschnittlich 2,8 Prozent, hieß es am Freitag. Im europäischen Vergleich liege der Preis für das Porto eines Standardbriefs auch nach der Erhöhung weiter im Mittelfeld.

Post will "Briefgeheimnis in die digitale Welt" tragen

Die Deutsche Post beherrscht als früherer Staatsmonopolist auch nach der Liberalisierung mit einem flächendeckenden Zustellnetz den heimischen Briefmarkt. Ihr Marktanteil liegt bei insgesamt rückläufigem Briefgeschäft bei etwa 90 Prozent.

Unterdessen setzt die Post angesichts des schrumpfenden Briefgeschäfts auf neue Geschäftsfelder im Internet. „Wir arbeiten daran, das Briefgeheimnis in die digitale Welt zu tragen“, sagte Appel. „Das Thema Sicherheit hat mittlerweile ein riesiges Potenzial. Deshalb überlegen wir, wie wir Kommunikationsplattformen schaffen können, bei denen sich jeder sicher sein kann, dass seine Daten, Fotos etc. nicht in falsche Hände geraten.“

Der weltweit größte Post- und Logistikkonzern Deutsche Post DHL hatte zuletzt gute Zahlen vorgelegt und sein Gewinnziel erhöht. „Unsere Geschäfte laufen weiterhin erfreulich“, hatte Appel Anfang August gesagt. Zur positiven Entwicklung hätten vor allem die DHL-Bereiche in den stark wachsenden Regionen der Welt, insbesondere in Asien, beigetragen.

dpa

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