Post lässt Briefträger länger arbeiten

- Bonn - Die Deutsche Post will Briefträger länger arbeiten lassen und damit gezielt Stellen einsparen. Erreicht werden soll der Abbau mit den Vereinbarungen zur freiwilligen Verlängerung der Wochenarbeitszeit, wie Post-Sprecherin Monika Siebert sagte. Im Kern läuft die - mit gewerkschaftlicher Zustimmung - getroffene tarifliche Neuerung darauf hinaus, dass einzelne Zusteller länger arbeiten und dadurch den Arbeitsplatz von Kollegen überflüssig machen.

<P>Tausende Briefträger vor allem auf dem flachen Land müssen außerdem auch wieder Pakete ausliefern und werden dazu motorisiert, war zu erfahren. Dazu ist seit Anfang August eine Umstellung im Gang, wie Siebert bestätigte. Statt bislang 26 000 Postboten sollen künftig rund 40 000 Zusteller neben Briefen auch wieder Pakete an die Haustür liefern. Wie viele Stellen im Zustellbereich abgebaut werden könnten, hänge davon ab, wie das Angebot zur bezahlten Verlängerung der Arbeitszeit um bis zu 9,5 Stunden (von bisher 38,5 auf maximal 48 Stunden) pro Woche angenommen werde, erläuterte Siebert. <BR><BR>Dazu lägen bisher nur interne Schätzungen und Modellrechnungen vor. Noch gebe es keine "hinreichend sichere Erwartung", wie das Angebot angenommen werde, betonte die Sprecherin. Dafür in Frage kämen in erster Linie jüngere Beschäftigte, denen es vorrangig um mehr Geld gehe.<BR></P><P>Es geht um massive Einsparungen<BR><BR>Von Gewerkschafts- und Arbeitnehmerseite wurde betont, dass hinter dem Angebot "kein Zwang" stehe. Ein Zusteller könne sich für die Dauer eines Jahres zu der zusätzlichen Leistung verpflichten, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Deutschen Post, Dirk Marx. "Dafür gibt es in der Belegschaft auch einen Interessentenkreis." Dass sich dies auf die Arbeitsplätze auswirke und für die Post der Einspareffekt im Blickpunkt stehe, sei klar.<BR><BR>Insgesamt müsse bei den Briefträgern gesehen werden, dass sich ihre Belastung in den vergangenen Jahren "dauernd weiter erhöht" habe, sagte Marx. "Inzwischen ist eine Belastungsgrenze erreicht." Mit Blick auf das im Jahr 2007 bevorstehende Ende des Briefmonopols der Post sei es aber wichtig, sich auf die kommende Wettbewerbssituation einzustellen.<BR><BR>Derzeit gibt es in Deutschland rund 81 000 Briefträger. Zum Stellenabbau nutzt die Post die so genannte "natürliche Fluktuation" durch Ausscheiden aus dem Betrieb aus Altersgründen oder durch eigene Kündigung des Beschäftigten. Jährlich können so rund 5000 bis 10 000 Stellen abgebaut werden.</P>

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