Post will in Bayern 260 Filialen schließen

- München - Die Deutsche Post will rund 260 Filialen in Bayern schließen. Die Postdienste sollen von privaten Partnern etwa in Supermärkten, Zeitschriftenläden und anderen Geschäften übernommen werden, sagte Post-Sprecher Dieter Nawrath. Allerdings ist davon keine Münchner Filiale betroffen. Eine Verschlechterung für die Kunden gebe es auch in anderen Orten nicht. "Wir bieten dasselbe Sortiment an wie vorher auch - nur der Schalter ist nicht mehr im Postamt, sondern in einem anderen Geschäft." Die Umsetzung der so genannten Restrukturierungsmaßnahme solle noch in diesem Jahr beginnen.

<P>Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte, die Kosten für den Arbeitsplatzabbau seien wesentlich höher, als die Filialen geöffnet zu lassen. Nach Verdi-Angaben sind rund 800 Stellen betroffen. Für die Beschäftigten bestehe bis 2008 Kündigungsschutz. Es sei deshalb zu befürchten, dass die Mitarbeiter auf so genannte "Fensterarbeitsplätze" versetzt würden: Da ihnen keine Arbeit zugewiesen werden könne, bleibe nur der Blick aus dem Fenster, sagte Verdi-Sprecherin Claudia Weber.</P><P>Dies sei eine besondere Form des Mobbings, sagte Weber. "So etwas kann jemanden schon dazu treiben, dass er sich über eine Kündigung Gedanken macht." "Die Post hat auch einen gesellschaftlichen Auftrag", betonte sie. Möglicherweise müssten Kunden auf dem Land weiter fahren. Insgesamt hat die Post in Bayern nach eigenen Angaben rund 2200 Filialen, in dieser Zahl enthalten sind aber auch bereits von Agenturen betriebene Stellen.</P>

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