Post-Zukunftspläne: Fremdfirmen sollen Pakete ausliefern

Bonn - Die Deutsche Post will bei der Zustellung sparen: Aus Kostengründen prüft der Konzern eine vollständige Auslagerung der Paketlieferung an die Haustür.

Die Post könnte dadurch über preiswerte Partnerfirmen bis zu 140 Millionen Euro im Jahr einsparen, berichtete die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Dabei handelt es sich um erste Überlegungen zu Einsparungen, die im Konzern wegen des Wettbewerbsdrucks und billigerer Löhne bei Konkurrenzfirmen intern angestellt wurden. Entscheidungen über konkrete Maßnahmen seien damit noch nicht verbunden, sagte ein Post-Sprecher am Mittwoch.

Solche “Gedankenspiele“ zur Fremdvergabe seien verfrüht, sagte Verdi-Sprecherin Cornelia Haß der Nachrichtenagentur dpa. Bis Ende 2011 seien noch Tarifregelungen gültig, die einen solchen Schritt und ein eigenmächtiges Vorgehen der Post ausschlössen. Auch die Paketboten seien bis dahin vor Kündigungen geschützt.

Konzern steht unter Kostendruck

Ähnlich äußerte sich auch der Post-Sprecher. Falls die Post konkretere Pläne für Sparmaßnahmen im gesamtem Briefsegment (auch mit der Paketzustellung) habe, würden diese auch mit den Sozialpartnern abgesprochen. Es sei bekannt, dass der Konzern im stagnierenden heimischen Briefzustellgeschäft unter Kostendruck stehe, sagte Haß. “Wir sind aber optimistisch, dass es bei der Fremdvergabe keine dramatischen Ausmaße geben wird.“ Darüber werde 2011 in neuen Tarifverhandlungen zu entscheiden sein.

Die Sparüberlegungen betreffen laut “FAZ“, die sich auf ein ihr vorliegendes internes Vorstandspapier beruft, größere Städte, in denen Briefe und Pakete getrennt zugestellt werden. In den meisten ihrer 6800 Zustellbezirke setzt die Post dafür eigene Mitarbeiter als Paketboten ein. Allerdings hat sie schon in der vergangenen Tarifrunde mit der Gewerkschaft Verdi eine moderate Ausweitung der Fremdvergabe durchgesetzt. Danach dürfen 990 Zustellbezirke im Paketversand an Fremdfirmen vergeben werden.

Bisher rund 800 Zustellbezirke fremdvergeben

Nach Angaben des Post-Sprechers hat der Konzern dieses Limit aber noch nicht ausgereizt: Bisher seien erst rund 800 Zustellbezirke fremdvergeben. Die Post will mit Sparmaßnahmen den anhaltend rückläufigen Gewinnen in der Briefsparte begegnen. Briefvorstand Jürgen Gerdes hat laut “FAZ“ das Management angewiesen, “wirklich jeden Stein umzudrehen“, um die Kosten weiter zu senken. Der große Lohnkostenabstand zu den Konkurrenten sei der wichtigste Wettbewerbsnachteil für den Marktführer.

dpa

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