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Verdi fordert für die 9000 Postbank-Mitarbeiter eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis 2020.

In mehreren Bundesländern

Postbank-Mitarbeiter streiken

Leipzig - Über einen Verkauf der Postbank wird schon lange spekuliert. Die Gewerkschaft Verdi will für den Fall der Fälle die Arbeitsplätze sichern - und ruft seit Montag zum unbefristeten Streik auf.

Im festgefahrenen Tarifstreit bei der Postbank hat die Gewerkschaft Verdi eine unbefristete Streikwelle gestartet. Am Montag waren nach Angaben der Gewerkschaft zunächst Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in Teilen von Brandenburg und Thüringen betroffen. Rund 600 Beschäftigte hätten ihre Arbeit niedergelegt und an einer Kundgebung in Berlin teilgenommen, berichtete Verdi.

Die Aktionen würden am Dienstag unter anderem in Niedersachsen, Bayern und Hessen fortgesetzt. Anschließend sollen die Streiks nach und nach gesteigert und auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

Im Tarifkonflikt bei der Postbank hat die Gewerkschaft einen flächendeckenden Ausstand angekündigt. 94,8 Prozent ihrer Mitglieder hatten zuvor in der Urabstimmung für einen unbefristeten Streik gestimmt. Zuvor hatte es immer wieder Warnstreiks gegeben.

Viele Filialen seien wegen des Streiks geschlossen geblieben, wie Verdi-Sprecher Marko Wunderlich mitteilte. „Es geht den Mitarbeitern vor allem um einen längeren Kündigungsschutz“, sagte er. Angesichts eines möglichen Verkaufs der Postbank durch die Deutsche Bank fürchteten die Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze.

Im Tarifkonflikt fordert die Gewerkschaft für 9500 Mitarbeiter neben einem Kündigungsschutz bis zum Jahr 2020 auch fünf Prozent mehr Geld. Das lehnt der Arbeitgeber ab. Die Deutsche Bank prüft seit Monaten zudem eine strategische Neuaufstellung. Im Gespräch ist dabei die Aufspaltung in eine Unternehmer- und in eine Privatkundenbank oder die Abtrennung der Postbank. An diesem Freitag soll auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrates eine Entscheidung fallen.

Eine Postbank-Sprecherin sagte, das Unternehmen sei bemüht, die Auswirkungen des Streiks auf die Kunden so gering wie möglich zu halten. Online- und Telefonbanking seien derzeit nicht betroffen, hieß es. Über eine Service-Hotline (+49 228 55005587) oder im Internet (wwww.postbank.de/streikinfo) will das Unternehmen darüber informieren, welche Filialen bestreikt werden.

Die Bundesregierung hält sich nach eigener Darstellung aus dem Ringen um die Zukunft der Postbank heraus. „Die Deutsche Bank hat das Bundesfinanzministerium unterrichtet, dass es verschiedene Überlegungen für die Postbank gibt“, sagte eine Sprecherin von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Das Ministerium habe sich dazu aber „in keiner Weise“ positioniert. Es handele sich um eine rein unternehmerische Entscheidung.

dpa

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