Postbank zum Erfolg verurteilt

- Frankfurt - "Der Postbank-Börsengang kommt", zeigte sich Postchef Klaus Zumwinkel zu Beginn der Zeichnungsfrist für die Postbank-Aktie überzeugt. Und auch Anleger und Kapitalmärkte hoffen, dass der erste große Börsengang seit drei Jahren in Deutschland endlich das Eis bricht für weitere IPOs. Allerdings ist die Preisspanne zwischen 31,50 und 36,50 Euro aus Sicht von Fonds und Aktionärsvertretern relativ hoch. Ein Schnäppchen ist die Postbank-Aktie nicht, so die einhellige Meinung.

<P>"Die Postbank ist ein solides und wachstumsorientiertes Investment", argumentiert Zumwinkel. Diese Einschätzung wurde uns in den vergangenen Wochen durch das Pre-Marketing mit über 300 Investoren eindrucksvoll bestätigt". Die Rückmeldungen hätten gezeigt, dass die Preisspanne die Richtige sei. Die Post AG will 50 Prozent minus eine Aktie ihrer Banktochter an die Börse bringen.<BR><BR>"Es ist schon ambitioniert, was sich die Postbank vorgenommen hat", meint Aktionärsschützer Kurz. Und ergänzt: "Es wäre für den deutschen Emissionsmarkt eine Katastrophe, wenn der Börsengang abgesagt würde. Dann wird es dieses Jahr keinen IPO mehr geben." In der Vergangenheit hatten bereits drei Unternehmen - Siltronic, X-Fab und ATU - unter anderem wegen mangelnder Nachfrage ihren Gang aufs Parkett abgesagt. Bisher schafften es lediglich der Fahrradbauer Mifa und der Geldautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf bis zur Erstnotiz.<BR><BR>"Dieser Börsengang ist zum Erfolg verurteilt", meint Kurz denn auch. Er gehe allerdings davon aus, dass der erste Kurs der Postbank-Aktie, die am 21. Juni erstmals an der Börse notieren soll, über dem Ausgabepreis liegen werde. Dafür würden die Konsortialbanken schon sorgen. Der Aktionärsvertreter rechnet damit, dass der endgültige Ausgabepreis bei 31,50 bis 32,50 Euro, also am unteren Ende der Emissionsspanne liegen dürfte. Denn nach seiner Einschätzung ist die Skepsis der institutionellen Anleger zu groß für einen höheren Preis.</P><P>Ausländische Investoren interessiert<BR><BR>Auch für Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger wäre ein Scheitern des Börsengangs kein gutes Zeichen für den deutschen Finanzplatz. "Wir müssen es uns wünschen, dass es gelingt."<BR><BR>Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann weist auf positive Reaktionen von Kleinanlegern hin. Zudem zeigten ausländische Investoren Interesse. Das Geschäftsmodell einer Retailbank sei vor allem im angelsächsischen Raum bekannt und die Postbank sei die einzige echte Privatkundenbank in Deutschland. "Ich kann überhaupt nicht erkennen, dass es mit Fonds nicht klappt," sagt Schimmelmann.</P>

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