Postbank hält Ausschau nach Zukäufen

- Köln - Die Postbank hält Ausschau nach weiteren Zukäufen und hat ihr grundsätzliches Interesse an einer möglichen Übernahme des Bausparkonzerns BHW bekräftigt. Für Festlegungen hierzu sei es zum jetzigen Zeitpunkt aber noch zu früh, sagte Postbank-Vorstandschef Wulf von Schimmelmann am Donnerstag auf der Hauptversammlung der Post-Tochter in Köln. "Die beiden Geschäftsmodelle könnten gut zusammen passen - sowohl von dem Produktschwerpunkt als Baufinanzierer her wie auch von der starken Kunden- und Vertriebsbasis her."

Nach einem Rekordgewinn im Geschäftsjahr 2004 (der Jahresüberschuss stieg um 19,3 Prozent auf 420 Millionen Euro) zahlt die Postbank, die vor knapp einem Jahr an die Börse gegangen ist, nach Beschluss der Hauptversammlung ihren Aktionären eine Dividende in Höhe von 1,25 Euro je Aktie. Die Aktionäre könnten auch auf "absehbare Zeit" mit einer ähnlichen Ausschüttungsquote rechnen, kündigte von Schimmelmann an.<BR><BR>Der Börsengang der Postbank und die seitherige Kursentwicklung sei "eine wirkliche Erfolgsstory mit schöner Performance", sagte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Seit dem schwierigen Börsendebüt im Juni 2004 hat der Kurs der Aktie um rund 30 Prozent zugelegt - von 28,50 Euro auf inzwischen über 37 Euro.<BR><BR>Die Postbank werde ihr Geschäft weiter auf den deutschen Markt konzentrieren, der noch viel Potenzial biete, sagte von Schimmelmann. Es sei der größte Bankenmarkt Kontinentaleuropas und es gebe Spielraum bei der Versorgung von Kunden mit Finanzprodukten. Mit mehr als 12,1 Millionen Kunden sei die Postbank die nach Kundenzahl mit Abstand größte Privatbank in Deutschland. Allein im Jahr 2004 seien mehr als 890 000 neue Kunden gewonnen worden. Insbesondere das kostenlose Girokonto sei ein wichtiger Bestandteil der Neukundengewinnung.<BR><BR>Zu der möglichen BHW-Übernahme sagte von Schimmelmann: "Wir kennen das Unternehmen noch viel zu wenig". Es gebe auch noch keinerlei Verkaufsinformationen. Die in Medien genannten Preise für eine Übernahme von BHW könne er nicht nachvollziehen. Die Buchprüfung habe noch nicht einmal begonnen.<BR><BR>Die Postbank hatte von der Münchener Rück/ERGO vor einigen Wochen ein Aktienpaket in Höhe von 9,2 Prozent an der BHW Holding AG erworben. Die börsennotierte BHW Holding mit Sitz in Hameln hat derzeit zwei Großaktionäre, die Gewerkschaftsholding BGAG (39 Prozent) und den Deutsche Beamtenwirtschaftsbund (37 Prozent). Beide zeigen sich verkaufswillig und von Schimmelmann sprach von einem "anstehenden Verkaufsprozess".<BR><BR>Die Postbank sei insgesamt bestrebt, durch "attraktive Zukäufe" die Kundenbasis, das Produktportfolio und die Vertriebskapazität zu verbessern, sagte von Schimmelmann. Sie werde aber nur einen Preis zahlen, der sich rechne.

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