Postbank lockt mit Dividende

- Frankfurt - Der Börsengang der Deutschen Postbank nimmt am Wochenende erstmals konkrete Formen an. Neben dem Börsenprospekt, der für potenzielle Anleger wichtige Informationen enthält, wird auch die Preisspanne veröffentlicht, zu der Investoren die Aktie zeichnen können. Finanzanalysten rechnen damit, dass die Spanne etwa zwischen 26 und 32 Euro liegen wird.

<P>Das hat eine Umfrage des "Handelsblatt" unter Finanzanalysten ergeben. Dem Wert der Postbank in den Büchern der Deutschen Post entspricht ein Preis von 29,76 Euro, wenn der Mutterkonzern sich wie vermutet von der Hälfte der Anteile trennt. Der von der Post geschätzte Marktwert liefe rechnerisch auf einen Preis von 36,59 Euro hinaus.</P><P>Ein Sprecher der Postbank bestätigte, dass sich die neuen Aktionäre nach einem erfolgreichen Börsengang bereits auf eine Dividende für das laufende Geschäftsjahr freuen können. Zur voraussichtlichen Höhe wollte er keine Angaben machen. Die Postbank ist gemessen an der Zahl ihrer Geschäftsbeziehungen die größte deutsche Privatkundenbank. Der Jahresüberschuss lag 2003 bei 353 Millionen Euro.</P><P>Am Ende der Zeichnungsfrist, die vom kommenden Montag an läuft, wird der endgültige Emissionspreis festgelegt. Die Aktie der Postbank soll dann am 21. Juni erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Gemäß der voraussichtlichen Preisspanne wäre es die drittgrößte Neuemission der vergangenen fünf Jahre nach den Börsengängen der Deutschen Post und Infineon. Der Postbank-IPO - die Abkürzung für Initial Public Offering, den englischen Fachbegriff für eine Neuemission - gilt als entscheidender Test für den Finanzmarkt. In diesem Jahr trauten sich mit den Mitteldeutschen Fahrradwerken (Mifa) und Wincor Nixdorf erst zwei Unternehmen aufs Parkett, drei Börsengänge wurden abgesagt.</P><P>Überschattet wurde der IPO der Postbank in den vergangenen Wochen zunächst von einem angeblichen Übernahme-Angebot der Deutschen Bank für den Konkurrenten und dann durch eine Indiskretion des größten deutschen Finanzhauses. Dabei gelangte ein Papier der Deutschen Bank, die gemeinsam mit Morgan Stanley Konsortialführer für den Börsengang ist, mit einer vorläufigen Bewertung der Postbank zwischen 4,4 und 5,3 Milliarden Euro an die Öffentlichkeit. Während die Mutter Deutsche Post einen hohen Preis erzielen will, versuchen Investoren derzeit, eine möglichst niedrige Preisspanne durchzusetzen.</P>

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