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Erstmals führt die Postbank ein Online-Konto mit einer monatlichen Grundgebühr von 1,90 Euro ein.

Für viele Kunden kostet Girokonto künftig Geld

Neue Gebühren: Postbank schränkt Gratiskonten ein

Bonn - Die Postbank verlangt künftig für das Führen von Girokonten Geld. Damit folgt sie einem grundlegenden Trend in der Finanzbranche. Nur für junge Menschen und reiche Kunden mit einem höheren Geldeingang bleibt das Konto auch künftig gratis.

Viele Kunden der Postbank müssen künftig für ihr Girokonto Geld bezahlen. Die größte Privatkundenbank Deutschlands kündigte am Freitag zum 1. November 2016 eine Neuausrichtung ihrer Kontolandschaft und ein verändertes Preismodell an. Hintergrund sind die anhaltend niedrigen Zinsen, die auf die Ergebnisse drücken. Das Marktumfeld mache es immer schwerer, mit dem Girokonto Geld zu verdienen, begründete Postbank-Vorstand Susanne Klöß den Schritt. In den vergangenen Monaten hatten bereits einige Banken und Sparkassen Gebühren erhöht.

Erstmals führt die Postbank nun ein Online-Konto mit einer monatlichen Grundgebühr von 1,90 Euro ein. Ein flexibles Konto mit einem Entgelt von 3,90 Euro gibt es für Kunden, die ihre Bankgeschäft sowohl online als auch in Filialen abwickeln wollen. „Es wird bei uns aber nach wie vor ein kostenloses Girokonto geben“, sagte Klöß der Deutschen Presse-Agentur. So bleibt für junge Kunden die Kontoführung ebenso kostenlos wie für Kunden im Komfortkonto und mit einem Geldeingang von mindestens 3000 Euro monatlich. Wer diese Grenze nicht erreicht, aber das „Sorglos-Paket“ bucht, zahlt 9,90 Euro pro Monat.

Abgeschafft in der neuen Konto-Struktur der Postbank wird der monatliche Mindesteingang von 1000 Euro, ab dem die Kontoführung bislang gratis gestellt worden war. Postbankkunden, die diese Grenze nicht erreichten, mussten bislang 5,90 Euro zahlen. „Wir werden künftig deshalb eine große Anzahl von Kunden haben, die weniger für die Kontoführung bezahlen“, betonte Klöß.

Die Postbank, derzeit noch eine Tochterfirma der Deutschen Bank und auf dem Sprung an die Börse, hatte vor knapp 20 Jahren erstmals Gratis-Girokonten eingeführt. Das Institut und ihre Tochterfirmen zählen über 14 Millionen Kunden, davon unterhalten mehr als 5 Millionen ein Girokonto.

Die Kontoführung sei immer schon eine Dienstleistung der Bank gewesen, doch durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sei ihr die Möglichkeit der Quersubventionierung genommen worden, sagte die Postbankmanagerin weiter. Die Niedrigzinspolitik der EZB hat Banken und Sparkassen in die Bredouille gebracht. Der Leitzins liegt inzwischen bei null Prozent. Parken Banken Geld bei der Notenbank, müssen sie außerdem 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

dpa

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