Postbank verdient wegen Finanzkrise weniger

Bonn - Die Postbank ist auch im zweiten Quartal von der Finanzkrise nicht verschont geblieben und hat einen weiteren kräftigen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Überschuss fiel um rund 21 Prozent auf 119 Millionen Euro, teilte die Post-Tochter am Mittwoch in Bonn mit.

Vor Steuern sank das Ergebnis um knapp 27 Prozent auf 171 Millionen Euro. Die Finanzmarktkrise schlug in den abgelaufenen drei Monaten noch einmal mit insgesamt 143 Millionen Euro zu Buche, die Belastungen machten sich im Finanzanlage- und Handelsergebnis bemerkbar. Ihr operatives Gewinnziel von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro für das laufende Jahr bekräftigte die Postbank.

Das Institut sei nach dem ersten Halbjahr "auf gutem Weg", dieses Ziel zu erreichen. Die genannten Belastungen aus der Krise sind in dem operativen Ziel allerdings genauso wenig berücksichtigt wie positive Sondereffekte. Auf dieser Basis lag das Ergebnis nach dem ersten Halbjahr bei 654 Millionen Euro.

Die Belastungen aus der Krise teilten sich auf: Auf strukturierte Kredite musste die Postbank im zweiten Quartal 72 Millionen Euro abschreiben, das Finanzanlageergebnis rutschte dadurch ins Minus. Hinzu kam durch die Ausweitung der Krise auf andere Anlageklassen wie Derivate weitere Belastungen in Höhe von 71 Millionen Euro, die sich im Handelsergebnis bemerkbar machten: Dieses brach von 108 Millionen Euro um fast die Hälfte auf 58 Millionen Euro ein.

Bei den Kernerträgen legte die Postbank im zweiten Quartal zu. Der Zinsüberschuss kletterte um rund 12 Prozent auf 622 Millionen Euro. Im Provisionsgeschäft traf die Post-Tochter mit einem Anstieg von 3,2 Prozent auf 350 Millionen Euro dagegen die Erwartungen. Bei einem höheren Kundenkreditvolumen blieb die Risikovorsorge mit 86 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Seit Jahresbeginn setzte die Postbank 250 000 Girokonten ab - 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Sparvolumen inklusive Bauspareinlagen baute die Postbank um 3,3 Prozent auf 62,7 Milliarden Euro aus. Das Neugeschäft in der Baufinanzierung ging wegen des schwierigen Marktumfelds um 12,1 Prozent auf 5 Milliarden Euro zurück. Ende Juni lag der Bestand an Baufinanzierungen bei 70,2 Milliarden Euro - rund drei Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

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