Postbank will weiter wachsen

Hauptversammlung in Köln: - Köln - Die Deutsche Postbank will auch bei hartem Wettbewerb in der Branche weiter wachsen und neue Kunden gewinnen. Erstmals wolle die Bank in diesem Jahr bei Neukunden die Schwelle von einer Million überschreiten (2006: 962 000), sagte der scheidende Vorstandschef Wulf von Schimmelmann auf der Hauptversammlung der Post-Tochter in Köln.

Insgesamt sei die Zahl der Kunden im Jahr 2006 auf rund 14,6 Millionen gestiegen. Damit liegt die Postbank nach Kundenzahl deutlich an der Spitze der deutschen Privatbanken. Für 2007 sei sowohl beim Ertrag als auch im Kundengeschäft eine Fortsetzung der guten Entwicklung zu erwarten, sagte Schimmelmann. Dazu wolle das Geldinstitut nach der Übernahme des Baufinanzierers BHW und von 850 Post-Filialen sein vergrößertes Vertriebspotenzial nutzen. Auch das Firmenkundengeschäft werde mit neuen Angeboten ausgebaut.

Die Aktionäre des Dax-Unternehmens erhalten für das Geschäftsjahr 2006 nach einem deutlich gestiegenen Jahresüberschuss (plus 42 Prozent auf 695 Millionen Euro) eine unveränderte Dividende in Höhe von 1,25 Euro je Aktie. Damit solle die Eigenkapitalbasis gestärkt werden, erläuterte Schimmelmann.

Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel dankte unter dem Beifall der Aktionäre seinem langjährigen Vertrauten Schimmelmann (60) zum Abschied. Er habe in den acht Jahren an der Spitze "großartige Ergebnisse" erzielt und aus einer Behörde ein florierendes Unternehmen gemacht. "Die Erfolgsgeschichte der Postbank trägt eindeutig seine Handschrift." Seit dem Börsengang im Juni 2004 habe sich der Kurs der Aktie mehr als verdoppelt.

In einer eigenen Bilanz vor den Aktionären sagte Schimmelmann, er habe den Zeitpunkt seines Rückzugs immer selbst bestimmen wollen. Seine Gründe seien "ganz persönliche". Er wolle mehr Zeit für andere Interessen haben. Klar sei auch, dass er nicht in den Aufsichtsrat der Postbank wechseln werde. Es sei für ihn eine "große Freude" gewesen, entscheidend bei einer der größten Erfolgsgeschichten im deutschen Bankwesen mitgewirkt zu haben. Das Haus sei gut bestellt. "Der Stabwechsel kann also in aller Ruhe erfolgen.

Der neue Postbank-Vorstandschef Wolfgang Klein (43), der am 1. Juli den Posten übernimmt, ist nach den Worten von Zumwinkel der "richtige Mann" an der Spitze und "Garant" für weiteren Erfolg. "Er wird das Unternehmen weiter auf Erfolgskurs halten." Klein sei auch seit langem sein "Wunschkandidat" gewesen, sagte Schimmelmann. "Es gibt nach meinem Dafürhalten keinen versierteren Kenner des Privatkundengeschäfts als ihn."

Im Zuge der Schimmelmann-Nachfolge und dem Aufrücken von Klein wird auch der Post-Vorstand zum 1. Juli mit Führungsmanagern aus den eigenen Reihen neu besetzt. Michael Meyer, derzeit Vorstandschef der BHW Bausparkasse AG (Hameln), kommt in den Vorstand und soll das Produktmarketing leiten. Guido Lohmann soll als Vorstand den mobilen Vertrieb verantworten. Bislang führt Klein die beiden Ressorts in Personalunion.

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