Postbank-Aktie beendet ersten Handelstag mit leichtem Kursplus

- Frankfurt - Mit dem Börsengang der Postbank waren viele Hoffnungen verbunden. Erstmals hat nach dem Platzen der Börsenblase wieder ein großes Unternehmen den Sprung auf das Parkett gewagt. Über Wochen hing die von Pannen begleitete Neuemission am seidenen Faden, nur nach einem verbilligtes Angebot fanden sich noch genügend Interessenten.

<P>Jetzt gelte es, nach vorne zu blicken, sagte Post-Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel. Doch ob der Börsengang auch für die Anleger zum Erfolg wird, hängt jetzt allein von der Kursentwicklung ab. Schließlich haben viele Kleinaktionäre bittere Erfahrungen machen müssen: Telekom-Aktien sind heute teils deutlich unter den Ausgabekursen der bisher drei Tranchen zu haben. Und auch die ersten Käufer der Post-Aktie haben mehr gezahlt, als sie heute an der Börse zurückbekommen würden.<BR><BR>Trotzdem fand die Postbank gerade bei Kleinaktionären viele Anhänger: Mehr als 20 Prozent statt der von der Postbank erwarteten 10 bis 15 Prozent der Aktien gingen für 28,50 Euro pro Stück an Private. Nach Schätzung der federführenden Deutschen Bank haben rund 100 000 Privatanleger Aktien erhalten.<BR><BR>Nachdem bei der ersten Preisspanne zwischen 31,50 und 36,50 Euro die Nachfrage nur sehr zäh anlief und sowohl Privatanleger als auch institutionelle Investoren mit dem Zeichnen der Aktie zögerten, hatte die Post am Wochenende die Notbremse gezogen: Sie senkte die Preisspanne deutlich auf 28 bis 32 Euro, verringerte die Zahl der direkt zum Verkauf stehende Aktien und verschob den Börsengang kurzentschlossen um zwei Tage.<BR><BR>Schließlich galt es das Schicksal abzuwenden, dass in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Börsenkandidaten ereilt hatte - ein Scheitern fast auf der Ziellinie. Am Ende hörten die Verantwortlichen bei Post und ihrer Bank-Tochter jedoch auf die Stimme des Marktes und senkten den Preis deutlich ab, worauf die Aktie mehr als zweifach überzeichnet wurde. Auch das Modell einer Umtauschanleihe, die nur an institutionelle Investoren ausgegeben wurde, stieß auf reges Interesse. Sie sei vierfach überzeichnet worden, teilte das Unternehmen mit.<BR><BR>Für Post-Chef Zumwinkel ist der Börsengang der Postbank bereits heute ein Erfolg - und eine Zäsur bei der Privatisierung der einstigen Deutschen Bundespost. Nach Telekom und Post wird jetzt auch die größte deutsche Privatkundenbank an der Börse gehandelt. Allerdings sind große Anteilspakete an Post und Telekom auch heute noch im staatlichen Besitz. Der Bund hält 26 Prozent der Telekom- und 20 Prozent der Post-Aktien. Bei der staatlichen Förderbank KfW sind außerdem weitere 16,7 Prozent Telekom- und mehr als 40 Prozent Post-Anteile geparkt. Die angestrebte Privatisierung der Pakete könnte da auf die Kurse drücken. Da passt ins Bild, dass Finanzminister Hans Eichel betonte, der Bund sei nicht auf unmittelbare Börsengänge angewiesen. Vielmehr könnten die Pakete zunächst an die KfW abgeben werden und später bei einem besseren Marktumfeld privatisiert werden.<BR><BR>Der Neuzugang Postbank schloss nach einem außerordentlich aktiven Handel bei 28,85 Euro im Plus. </P>

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