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In mehreren Bundesländern

Postboten streiken, weil sie mehr Gehalt wollen – auch in Bayern

Im Tarifkonflikt bei der Post erhöht Verdi den Druck. Die Gewerkschaft rief am Donnerstagmorgen Zusteller an mehreren Standorten in NRW, Rheinland-Pfalz und im Saarland dazu auf, ihre Arbeit vorübergehend niederzulegen. Folgende Städte sind betroffen. 

Die betroffenen Post-Niederlassungen in NRW sind in Dortmund, Duisburg, Essen, Hagen, Münster, Herford, Köln, Bonn, Düsseldorf und Siegen, welches eine gemeinsame Niederlassung mit dem hessischen Gießen hat. 

Bei Kundgebungen in Köln und Dortmund werden am Donnerstagvormittag mehrere Hundert Post-Beschäftigte erwartet. Am kommenden Montag steht die vierte Verhandlungsrunde an.

Weiterhin betroffen sind auch die Bundesländer Rheinland-Pfalz und das Saarland an den Standorten Mainz, Koblenz und Saarbrücken betroffen. Dort sind circa 10.500 Menschen für die Post tätig. 

Laut br.de hat Verdi außerdem auch in Bayern 500 Beschäftigte zu Warnstreiks aufgefordert. Der Streik soll hier ab dem 22. Februar die Zustellung und die Postfachbearbeitung an 20 Stellen in Bayern betreffen - und zwar in München, Nürnberg und Plattling. Dort sollen Donnerstagvormittag auch Kundgebungen stattfinden. 

Ein gemeinsamer Nenner scheint noch immer in weiter Ferne

In den vergangenen Wochen hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter dreimal getroffen und dabei keine Einigung erzielt. Verdi fordert sechs Prozent mehr Geld für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland, was der Post-Chefetage zu viel ist. Man sei mit der Geduld am Ende, hieß es von Verdi. Man erwarte „ein verhandlungsfähiges Angebot“.

Der international tätige Bonner Konzern steht wirtschaftlich gesehen derzeit gut da, Wachstumsmotor ist der Online-Handel und das globale Expressgeschäft. Die Briefmenge schrumpft hingegen. Der Tarifvertrag von 2015 hatte zunächst ein Plus von 2 und später von 1,7 Prozent vorgesehen.

Deutliche Warnungen der Verdi-Mitarbeiter 

Die Post hat laut Gewerkschaft bislang kein Angebot auf den Tisch gelegt. "Wenn sich seitens der Deutschen Post AG nichts bewegt, wird dies nicht die letzte Maßnahme sein", warnte Verdi-Landesfachbereichsleiterin Birgit Sperner. Sie ist zuständig für die Deutsche Post in Rheinland-Pfalz sowie im Saarland.

dpa/AFP/sl

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