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Der plötzlicher Weggang Allans überraschte allerdings viele Beobachter.

Post-Finanzvorstand John Allan geht

Bonn - Die Deutsche Post verliert ihren Finanzvorstand John Allan. Er verlasse das Unternehmen zur Mitte dieses Jahres auf eigenen Wunsch und trete aus dem aktiven Berufsleben aus, teilte die Post am Freitagmorgen in Bonn mit.

Seine Nachfolge sei noch offen. Der Aufsichtsrat wolle sich damit zu "gegebener Zeit" befassen. Allan hatte den britischen Kontraktlogistiker Exel aufgebaut und war 2006 im Zuge von dessen milliardenschwerer Übernahme durch die Deutsche Post nach Bonn gekommen. Dort trat er in den Vorstand ein und integrierte das bisherige Logistikgeschäft der Bonner in das sehr viel größere Exel-Geschäft.

Zwar wurde Allans Vertrag auf drei Jahre abgeschlossen und läuft regulär zur Jahresmitte aus. Der Weggang Allans überraschte allerdings viele. Schließlich wurde 2007 die neue Kapitalmarktstrategie von ihm entworfen und verkörpert. Damit vollendete er den Kulturwechsel von seinem Vorgänger Edgar Ernst, der bei Analysten in den letzten Jahren weniger gut angesehen war. Allan, mehr als seine beiden Vorstandschefs Klaus Zumwinkel und Frank Appel, ist bislang das Gesicht der Post für den angelsächsisch geprägten Finanzmarkt.

equinet bewertet den Rücktritt von Finanzvorstand John Allan negativ. "Die Meldung kommt völlig überraschend und ist ganz klar negativ", sagte Jochen Rothenbacher, Analyst bei dem Analysehaus. Offensichtlich gebe es noch keinen Nachfolger, was zeige, dass auch die Post überrascht wurde. Möglicherweise könnte dies auch ein Indiz dafür sein, dass die Ziele nicht erreicht werden. Rothenbacher rechnet ohnehin mit einem bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 2,25 Milliarden Euro, was unterhalb des Post-Ziels von 2,40 Milliarden liege.

Allan zeigte sich zuletzt für die Zukunft skeptisch: Das gesamtwirtschaftliche Umfeld werde auch weiterhin schwierig bleiben, sagte er im Herbst. Ein langsameres Wachstum und eine mögliche Rezession in einigen Industriestaaten würden die Geschäftsaussichten für 2009 voraussichtlich massiv beeinflussen.

dpa

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