Die Präsidenten sollen es richten

1-Dollar-Münze: - Washington ­- Diesmal sollen es die Präsidenten richten. Zwei glücklose Anläufe hat die US-Regierung bereits hinter sich, ihre Landsleute für die 1-Dollar-Münze zu begeistern. Zu sehr hängen die Amerikaner offenbar an der kleinsten ihrer grünen Banknoten. Im Zahlungsverkehr spielen Dollar-Stücke keine Rolle, viele US-Bürger haben sie gar noch nie zu Gesicht bekommen. Von heute an soll alles anders werden: Dann gibt das US-Münzamt in Washington abermals ein 1-Dollar-Stück in Umlauf, und alle Hoffnungen richten sich nun auf verblichene US-Präsidenten, deren Konterfeis das neue Geld zieren.

Bei den beiden vorangegangenen Versuchen ­ 1979 und 2000 ­ ließ die Regierung möglicherweise nicht allzu attraktive Motive aufprägen: Einmal war es die Feministin Susan B. Anthony und 21 Jahre später die Schoschonen-Indianerin Sacagawea, die den beiden Pionieren Meriwether Lewis und William Clark Anfang des 19. Jahrhunderts während der ersten amerikanischen Überlandexpedition zur Pazifikküste als Führerin half. Jetzt soll alle drei Monate eine neue 1-Dollar-Münze ihren Weg in die Geldbörse finden. Auf der Rückseite wird dann die Freiheitsstatue zu sehen sein, während auf dem Rand fein "In God we trust" (Wir vertrauen auf Gott) und das Staatsmotto "E Pluribus Unum" (Einer für alle) zu lesen steht.

"Wir haben unsere eigene Forschung angestellt, und danach begrüßt die Hälfte der Befragten, die Wahl zwischen Schein und Münze zu haben", sagt Jana Prewtt, Sprecherin des US-Münzamts. "Die Münzen sind nützlich ­ und sie sprechen Sammler an." Mit Motivvielfalt landeten die amtlichen Präger nämlich schon einmal einen Volltreffer: Pro Jahr gaben sie immer vier neue 25-Cent-Stücke, die sogenannten Quarters, mit Motiven der 50 US-Bundesstaaten heraus. Die Zahl der Sammler beziffert Jana Prewtt auf inzwischen 140 Millionen ­ immerhin fast die Hälfte der Amerikaner. Besonders begehrte Sätze wie der von 1999 werden im Internet für bis zu 50 Dollar (39 Euro) angeboten. Und so soll es wieder sein: Jedes Jahr vier neue Münzen mit Präsidenten, bis 2016. Den Anfang macht George Washington, der erste US-Präsident.

Die US-Automatenindustrie freut sich auf das neue Dollar-Stück. "Münzen funktionieren in 100 Prozent der Fälle, Scheine höchstens nur zu 98 Prozent", weiß Verbandssprecher Tom McMahon. Zwei Prozent entgangener Umsatz pro Jahr entsprächen rund 600 Millionen Dollar, rechnet er vor. Der Einzelhandel könne nachhelfen. "Sie müssen nur ein Schild aufstellen, auf dem steht: Wir haben Dollar-Münzen. Wir denken, dass dann auch immer mehr Leute sie als Wechselgeld haben wollen. Und dann findet man sie plötzlich nützlich."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax rettet moderates Plus ins Ziel
Frankfurt/Main (dpa) - Mit Gewinnen ist der deutsche Aktienmarkt in die neue Börsenwoche gegangen. Erst im späten Handel kämpfte sich der Dax ins Plus und schloss 0,25 …
Dax rettet moderates Plus ins Ziel
Künstliche Intelligenz - Job-Killer oder Job-Motor?
Künstliche Intelligenz - Fluch oder Segen? Auf der Hannover Messe gehört KI zu den wichtigsten Trendthemen. Branchenbeobachter sehen ein "gigantisches Potenzial" für die …
Künstliche Intelligenz - Job-Killer oder Job-Motor?
Opel beteuert Investitionsbereitschaft für deutsche Werke
Am Standort Eisenach zeigt sich zuerst, wie die Sanierung des Autoherstellers Opel ablaufen wird. Im Poker zwischen dem französischen PSA-Konzern und IG Metall will …
Opel beteuert Investitionsbereitschaft für deutsche Werke
Deutsche Industrie sieht sich im Konjunktur-Aufwind
Brexit, Fachkräftemangel, zunehmender Protektionismus: An Risiken mangelt es der deutschen Industrie nicht. Dennoch schaut sie optimistisch in die Zukunft. Die …
Deutsche Industrie sieht sich im Konjunktur-Aufwind

Kommentare