Praktiker setzt auf Auslandsexpansion

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Frankfurt/Main (dpa) - Die Baumarktkette Praktiker hält nach der Übernahme des Konkurrenten Max Bahr Ausschau nach weiteren möglichen Akquisitionen.

Vorstandschef Wolfgang Werner verwies bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt auf liquide Mittel von knapp 271 Millionen Euro und eine zusätzliche Kreditlinie von 200 Millionen Euro. "Sollte sich also in absehbarer Zeit eine weitere Möglichkeit zu einer Akquisition ergeben, sind wir handlungsfähig." In diesem Jahr will das Unternehmen die Expansion im Ausland mit der Eröffnung von 15 bis 20 neuen Märkten vorantreiben.

In Deutschland wolle Praktiker seine Preisstrategie ändern und weniger "20 Prozent auf alles"-Aktionen als noch im Vorjahr fahren, aber auf die Rabattaktionen auch nicht verzichten, sagte Werner. Mit verlässlichen, günstigen "Regalpreisen" wolle man den Kunden Sicherheit geben und die Menschen auch abseits der Aktionstage in die Märkte locken.

Im vergangenen Jahr hatte sich - neben der Übernahme von Max Bahr - das Auslandsgeschäft als Umsatztreiber erwiesen. Außerhalb Deutschlands legten die Erlöse flächenbereinigt um 11,4 Prozent zu, während im Inland ein Minus von 3,6 Prozent zu verzeichnen war. Praktiker erwirtschaftete im Ausland gut ein Viertel seines Umsatzes und fast 60 Prozent seines operativen Ergebnisses. Insgesamt steigerte das Unternehmen mit Sitz im saarländischen Kirkel 2007 seinen Umsatz um 24,8 Prozent auf 3,94 Milliarden Euro.

Der Gewinn war dagegen den Angaben zufolge wegen Sondereffekten rückläufig. Der Jahresüberschuss ging im Vergleich zum Vorjahr von 84,1 Millionen auf 23,7 Millionen Euro zurück. Als Grund wurde unter anderem ein einmaliger Steueraufwand von mehr als 40 Millionen Euro in Folge der Unternehmenssteuerreform genannt.

Das operative Ergebnis war laut Praktiker das beste der 30- jährigen Firmengeschichte: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwert-Abschreibungen (EBITA) sei 2007 auf 125,8 Millionen Euro (Vorjahr: 111,1 Millionen Euro) gestiegen. In dieser Zahl ist allerdings noch nicht die Vorgabe des Kartellamtes berücksichtigt, sich wegen der Übernahme von Max Bahr von drei Märkten zu trennen. Berücksichtigt man dies, wurde ein EBITA von 116 Millionen Euro erreicht.

Für das laufende Jahr rechnet Praktiker mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich und einem EBITA von 135 bis 140 Millionen Euro. Ende 2007 betrieb Praktiker 425 Filialen, davon 337 in Deutschland, und beschäftigte gut 29 000 Mitarbeiter.

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