Praktiker startet mit Plus an der Börse

- Frankfurt/Main - Die Baumarktkette Praktiker ist am Dienstag mit einem leichten Kursgewinn an der Börse gestartet. Die Aktie wurde zur Eröffnung mit 14,90 Euro gehandelt und lag damit 40 Cent über dem Ausgabekurs. "Wir freuen uns über den erfolgreichen Börsengang. Jetzt können wir mit unserer Expansion richtig loslegen", sagte PraktikerVorstandschef Wolfgang Werner, der vor allem in Osteuropa neue Märkte eröffnen will.

Der Börsengang ist mit einem Volumen von rund 500 Millionen Euro einer der größten in Deutschland in diesem Jahr. Rund 116 Millionen Euro aus dem Börsengang werden der Baumarktkette zufließen, der Rest geht an die bisherige Alleineigentümerin METRO. Der Handelskonzern hält nun noch rund 40 Prozent der Praktiker-Aktien. Vor Praktiker hatten in diesem Jahr bereits unter anderem Premiere, LANXESS, MTU Aero Engines sowie mehrere Solarfirmen den Sprung auf das Parkett gewagt. Praktiker peilt die Aufnahme in den Index für mittelgroße Werte, den MDAX, an.

Von den zur Zeichnung angebotenten Aktien wurden nach Angaben des Unternehmens 99 Prozent bei institutionellen Anlegern und ein Prozent bei privaten Investoren platziert. Da die Nachfrage das Angebot deutlich übertroffen habe, seien nicht alle Kaufwünsche berücksichtigt worden. Privatanleger hätten eine Zuteilung von 50 Prozent ihrer jeweiligen Aufträge erhalten. Nach Medienberichten war die Aktie dreifach überzeichnet.

Nach dem ersten Angebot der METRO, die ursprünglich zwischen 16 und 19 Euro pro Aktie erlösen wollte, war die Nachfrage dagegen schwach. Daraufhin hatte der Konzern vergangene Woche die Spanne auf 14 bis 15 Euro gesenkt und die Erstnotierung um vier Tage verschoben. METRO hatte unter anderem der Ankündigung einer höheren Mehrwertsteuer die Schuld an der geringen Nachfrage gegeben.

Praktiker ist nach eigenen Angaben in Deutschland nach OBI die Nummer zwei. Das Unternehmen mit Sitz im saarländischen Kirkel war schon einmal von 1995 bis 2002 an der Börse, wurde dann aber von der METRO komplett übernommen. Die Kette erzielte im vergangenen Jahr mit 335 Märkten in acht Ländern einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro und beschäftigt derzeit 17 144 Mitarbeiter.

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