Preisabsprachen - Bahn will Millionenausgleich

Berlin - Wegen verbotener Preis- und anderer Absprachen klagt die Deutsche Bahn AG gegen Lieferanten von Zugmaterial. Es geht um Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe. Um welches Unternehmen es sich handelt:

Nach einem Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ geht es um die Zahlung von Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe. Eine entsprechende Klage habe die Bahn jetzt beim Londoner Kartellgericht eingereicht.

Die Ausgleichsforderungen richten sich gegen die Unternehmen Morgan Crucible, Schunk GmbH, SGL Carbon, Le Carbone-Lorraine SA und Hoffmann & Co. Elektrokohle, die in Europa führenden Hersteller von elektrotechnischen und mechanischen Kohlenstoff- und Graphitprodukten. Sie lieferten der Deutschen Bahn über viele Jahre Karbonbürsten, die für Stromabnehmer an Elektrolokomotiven benötigt werden. Dabei trafen sie verbotene Absprachen über Preise, Mengen sowie Boykottmaßnahmen gegen potenzielle Wettbewerber.

Bahn glaubt an großen Erfolg ihrer Klage

Das Unternehmen SGL Carbon teilte am Abend mit, von einem Verfahren sei bislang nichts bekannt. Bei der Sparte handele es sich “um ein Randgeschäft mit einem Jahresumsatz im niedrigen einstelligen Millionenbereich, das wir bereits 2002 veräußert haben“, wie ein Firmensprecher sagte. Es stelle sich die Frage nach der Zuständigkeit eines britischen Gerichts für potenzielle Ansprüche, die in Deutschland längst verjährt wären.

Nachgewiesen ist das verbotene sogenannte Karbon- und Graphit- Kartell dem Bericht zufolge von 1988 bis Ende 1998. Aufgrund von Entscheidungen der EU-Kommission und des Europäischen Gerichtshofes sehe die Bahn große Aussicht auf den Erfolg ihrer Klage. Unklar sei nur, in welcher Höhe am Ende Schadensersatz zugestanden werde.

dpa

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