Preisaufschlag des Handels erwartet

- Düsseldorf - Schon im kommenden Jahr werden die Verbraucher in Deutschland voraussichtlich die Zeche für die 2007 anstehende Mehrwertsteuererhöhung zahlen. Denn um einen Preissprung zum Jahresende zu vermeiden, werden wohl viele Einzelhändler bereits in den nächsten Monaten ganz allmählich die Preise erhöhen. Außerdem dürfte bei Auto- und Möbelhändlern angesichts der erwarteten Vorzieheffekte zumindest im zweiten Halbjahr die Bereitschaft spürbar nachlassen, den Kunden Rabatte wie bisher einzuräumen.

"Wer erst am 1. Januar 2007 die Preise erhöht, ist selber schuld", beschreibt Rolf Pangels vom Handelsverband BAG die Einschätzung der Branche. Wichtig sei es, schon vorher genügend Luft in der Kalkulation zu schaffen, damit man dann am 1. Januar 2007 sagen könne, man halte die Preise stabil. Denn eines steht auch für den Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, fest: "Einen Preisschub zum 1. Januar 2007 würden die Konsumenten nicht akzeptieren."

Tatsächlich prägt die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte in vielen Teilen des Handels die Prognosen für das kommende Jahr. Die Autoindustrie etwa erwartet 2006 Rückenwind durch die Mehrwertsteuererhöhung. Aller Voraussicht nach werde der Vorzieheffekt im 4. Quartal zu einer Steigerung der Neuzulassungen um bis zu 80 000 Fahrzeuge führen, so der Verband der Automobilindustrie. Schließlich verteuere die Mehrwertsteuererhöhung ein Neufahrzeug um durchschnittlich 700 Euro. Ähnlich ist es in der Möbelindustrie. "Wir sind sicher, dass viele Verbraucher die bisher aufgeschobenen Möbelkäufe jetzt tätigen werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der deutschen Möbelindustrie Dirk-Uwe Klass mit Blick auf die drohende Steuererhöhung.

Den Lebensmittelhandel lässt die Steuererhöhung dagegen kalt. Schließlich bleibt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Nahrungsmittel unverändert. Die Sparte hofft nach Angaben von Gerd Härig vom Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels 2006 auf eine "schwarze Null" beim Umsatz. Mit Preissprüngen sei nicht zu rechnen.

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