Preisexplosion bei Sprit und Heizöl treibt Lebenshaltungskosten hoch

- Wiesbaden - Die Explosion der Sprit- und Heizölpreise hat die Lebenshaltungskosten in Deutschland im August weiter in die Höhe getrieben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise im August gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent. Im Juni lag sie noch bei 1,7, im Juli bei 1,8 Prozent. Bei Heizöl waren es fast 25 bei Treibstoff gut 8 Prozent.

<P>Die höhere Jahresteuerungsrate sei im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Preise für Mineralölerzeugnisse weiter gestiegen seien, erklärte das Statistische Bundesamt. Für leichtes Heizöl mussten die Verbraucher satte 24,6 Prozent und für Kraftstoffe 8,1 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Vor allem diese beiden Kostenpunkte treiben die Preise. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Teuerungsrate nur bei 1,6 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat kosteten leichtes Heizöl 8,4 Prozent und Kraftstoffe 1,9 Prozent mehr. Ohne Mineralölprodukte hätte sich der allgemeine Preisindex von Juli auf August um 0,1 Prozent erhöht, so war es mit 0,2 der doppelte Wert.</P><P>Weitere Preistreiber</P><P>Nach wie vor wirken sich den Angaben zufolge aber auch die Gesundheitsreform sowie die Erhöhung der Tabaksteuer auf die Verbraucherpreise aus. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Teilindex für Gesundheitspflege um 20,4 Prozent. Die Preise für Tabakwaren legten binnen Jahresfrist um 12,2 Prozent zu, blieben gegenüber dem Vormonat aber unverändert.</P><P>Was billiger wurde</P><P>Für Entlastung bei den Verbraucherpreisen sorgen Nahrungsmittel. Sie wurden im Jahresvergleich um 0,2 Prozent billiger. Insbesondere für Gemüse (minus 2,5 Prozent) und Molkereiprodukte (minus 0,7 Prozent) mussten die Verbraucher weniger zahlen. Die Preise für Bohnenkaffee sanken um 6,2 Prozent.<BR>Binnen Monatsfrist fielen von Juli auf August die Preise für Nahrungsmittel um 1,0 Prozent, insbesondere saisonbedingt bei Obst (minus 5,2 Prozent) und bei Gemüse (minus 4,8 Prozent). Einige Gemüsesorten verteuerten sich in diesem Zeitraum allerdings erheblich, so wurde Kopfsalat um 15,0 Prozent teurer, Salatgurken sogar um 32,5 Prozent.</P><P>Was auch teurer wurde</P><P>Preisanhebungen gab es im Jahresvergleich bei einigen Dienstleistungen, zum Beispiel bei Finanzdienstleistungen (plus 4,0 Prozent) und Beiträgen zur Kraftfahrzeug-Versicherung (plus 4,4 Prozent). Auch für den Besuch des Hallenbades mussten die Verbraucher mehr zahlen. Rückgänge gab es dagegen bei technischen Geräten, zum Beispiel PCs (minus 10,8 Prozent) und Telefongeräten (minus 11,6 Prozent). Billiger wurden auch Geräte und Ausrüstung für Sport und Camping sowie Spiele, Spielzeug und Hobbywaren.</P>

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