+
Die Verbraucher freut’s, das Personal kommt mit dem Anbringen der neuen Preisschilder kaum noch nach.

Preiskampf der Discounter

München - Die Verbraucher freut’s, das Personal kommt mit dem Anbringen der neuen Preisschilder kaum noch nach. Darum haben die Discounter zum zehnten Mal in diesem Jahr die Preise gesenkt:

Lesen Sie auch:

Viel Verpackung, wenig dahinter

Im Kampf um die Vorherrschaft bei den deutschen Lebensmittel-Discountern wurde zum Wochenbeginn bereits die zehnte Preissenkungswelle seit Jahresbeginn eingeläutet, vor allem bei Käse- und Fleischprodukten. 

Erfasst hat den Preisrückgang von bis zu 37,7 Prozent der Wirtschaftsinformationsdienst Preiszeiger, der im Internet unter preiszeiger.de täglich abrufbar ist. Das Institut beobachtet und erhebt jeden Tag aktuell die neuesten Preisentwicklungen bei den Discountern. „Es ist immer das gleiche Spiel“, erklärt Preiszeiger-Expertin Nicole Heinzmann. „Meist starten Aldi oder Lidl mit einer Preissenkung. Die wird dann innerhalb von 24 Stunden von der Konkurrenz unterboten. Mit der Konsequenz, dass auch die anderen nachziehen.“

„2009 wurden bereits über 1000 Artikel im Preis gesenkt“, prangt es auf einem Handzettel des Emporkömmlings Netto, der zu Edeka gehört und der sich Ende letzten Jahres die mehr als 2000 Plus-Filialen einverleibt hat. Mit Netto ist dem Marktführer Aldi und der Nummer zwei, Lidl, ein ernsthafter Konkurrent erwachsen. Die zwei Großen kämpfen seither mit harten Bandagen um ihre Pfründe – aus Angst, dass ihnen die neue Nummer drei Marktanteile wegnehmen könnte. Mittlerweile haben die Discounter in Deutschland 42 Marktanteil.

Viel Verpackung, wenig dahinter: Diese Anbieter tricksen

Viel Verpackung, wenig dahinter: Diese Anbieter tricksen

Die Tendenz laut Nicole Heinzman: „Ein Ende des irren Preiskampfs ist noch nicht abzusehen.“ Nach Einschätzung von Professor Jochim Hurth, Handelsexperte an der FH Braunschweig, wird sich die Preisspirale jedoch nicht endlos nach unten drehen: „Der Gesetzgeber verbietet es, Waren billiger zu verkaufen, als sie von den Unternehmen eingekauft werden.“

„Mit den Billigprodukten kann keiner noch groß was verdienen“, so Wolfgang Twardawa von der Gesellschaft für Konsumforschung. „Diese dienen nur als Lockmittel für das Restsortiment. Das muss den Gewinn bringen – sonst klappt die Mischkalkulation nicht.“

Uwe Fajga

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auch General Motors wegen Abgas-Vorwürfen verklagt
Die Autoindustrie droht noch tiefer im Abgas-Sumpf zu versinken. Nur wenige Tage nach Razzien bei Daimler und einer Klage der US-Regierung gegen Fiat Chrysler eröffnen …
Auch General Motors wegen Abgas-Vorwürfen verklagt
US-Wirtschaftsminister Ende Juni in Deutschland
Wirtschaftspolitisch hat es schon mächtig geknirscht zwischen Europa und der neuen US-Regierung. Die Deutschen wollen die Wogen glätten - nach der Kanzlerin war jetzt …
US-Wirtschaftsminister Ende Juni in Deutschland
Öl-Allianz ist sich einig: Förderlimit wird verlängert
Opec- und Nicht-Opec-Staaten rücken im Ringen um einen höheren Ölpreis immer näher zusammen. Doch das Signal einer Verlängerung des Förderlimits ist am Markt zunächst …
Öl-Allianz ist sich einig: Förderlimit wird verlängert
Dax knapp im Minus - schwankender Handel am Feiertag
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat einen launischen Handel an Christi Himmelfahrt mit einem leichten Minus beendet.
Dax knapp im Minus - schwankender Handel am Feiertag

Kommentare