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Ein voller Einkaufskorb ist zurzeit dank vieler Rabattaktionen im Schnitt recht günstig. Aber es kommt auf die Auswahl der Lebensmittel an.

Teuerung auf dem Rückzug

Preiskampf erfreut die Verbraucher

Günstig einkaufen dank Krisenstimmung - das ist in vielen Supermärkten und Discountern durchaus möglich. Verbraucher profitieren von Rabatt-Aktionen und Preisabschlägen. Die Teuerungsrate bleibt auf niedrigem Niveau.

Ein Päckchen Butter ist momentan so billig wie seit den Nachkriegsjahren nicht mehr. Bei Kaffee und Sekt stürzten die Preise um fast ein Drittel in den vergangenen Wochen. Rotstiftaktionen auch bei Fruchtsäften, Milch, Joghurt, Brot und Backwaren. "Fast alle Lebensmittelpreise sind eher rückläufig", hat Marktforscher Paul Michels von der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) beobachtet. Verbraucher können in diesen Krisenzeiten günstig einkaufen. Nur Käse, Wurst, Schweinefleisch, Süßes und einige andere Nahrungsmittel haben den anhaltenden Sinkflug nicht mitgemacht. Noch nicht, meint der ZMP-Experte. In den nächsten Monaten werde es mit den Preissenkungen im Lebensmittelbereich voraussichtlich noch ein wenig weitergehen.
Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind zurzeit fast auf Fünf-Jahres-Tief, im Januar lag die Teuerung bei 0,9 Prozent, im Februar bei 1 Prozent (siehe Grafik). Die niedrige Inflationsrate ist vor allem der günstigen Preisentwicklung bei Mineralölprodukten und Nahrungsmitteln geschuldet, wie Michels erläutert.

Dass für Essen und Trinken viele Preise fallen, liegt nicht allein daran, dass die weltweite Nachfrage abgeebbt ist oder die Ernte auf der nördlichen Erdhalbkugel 2008 gut war. Eine Rolle spielt auch der Preiskampf der Handelsketten. Vor allem unter den Discountern tobt ein knallharter Wettbewerb mit immer neuen Rabattrunden.

"In wirtschaftlich schwierigen Phasen wie dieser wollen sich die Händler mit besonders guten Angeboten positionieren", sagt die Sprecherin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Sabine Eichner Lisboa. "Was momentan zählt, ist das Preisargument, nicht mehr so die Qualität oder bester Service wie noch 2007", weiß auch Marktforscher Michels. "Das ist eine typische Handelsreaktion auf die Krise." Die Anbieter versuchten, einer möglichen Kaufzurückhaltung der Konsumenten vorzubeugen und mit Tiefpreisen möglichst viel Umsatz zu machen. Die Kundschaft wird es freuen. Sie musste in letzter Zeit herbe Teuerungswellen verkraften. Im Sommer 2007 stieg der Preis für Butter auf bis zu 1,19 Euro pro 250-Gramm-Päckchen - derzeit liegt der Preis für Discounterware bei 65 Cent.

Leberkäs-Semmel für 1,20 Euro

Nicht nur im Discounter-Sektor versuchen im Augenblick Geschäfte, sich gegenseitig mit ständig neuen Rabattaktionen zu übertrumpfen. Auch kleine Händler sind im Zugzwang, locken seit Mitte Januar an jeder Ecke mit Tiefpreisen, hat Michels beobachtet. Plötzlich ist das Baguette beim Bäcker nebenan 50 Cent günstiger als sonst. Und am Münchner Brotzeitstand in der Innenstadt kostet die Leberkäs-Semmel neuerdings nur noch 1,20 Euro - so wenig wie schon seit Jahren nicht mehr. Auch Alt-gegen-Neu-Aktionen quer durch den Einzelhandel liegen im Trend. "Die Anreize versetzen Konsumenten derzeit in Kauflaune", sagt Rolf Bürkl von der Marktforschungsgesellschaft Gfk. Trotz Krisenstimmung habe sich das Konsumklima aufgehellt, lautet das Ergebnis der entsprechenden Gfk-Studie aus dem Februar.

Berrit Gräber

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