Preis-Olympiade: Benzin und Diesel streben Höhenrekord an

- München - Nur ungern zücken Deutschlands Autofahrer derzeit die Zapfpistole an der Tankstelle: Die Spritpreise liegen fast wieder auf dem historischen Rekord-Hoch vom März 2003. Die Experten vom ADAC rechnen allerdings damit, dass sich die Preislage nach den Osterferien wieder ein wenig entspannt.

<P>Autofahrer müssen derzeit um die 1,14 Euro für den Liter Eurosuper-Benzin berappen. Damit ist schon fast die bisherige Höchstmarke von 1,15 Euro im März vergangenen Jahres erreicht. Der Preis für den Liter Diesel hat mit 92 Cent sein bisheriges Jahreshoch erklommen, von seiner historischen Höchstmarke 97,5 Cent (Ende 2003) hält er sich aber noch fern. Grund für den Preisanstieg sind vor allem zwei Anhebungsrunden führender Konzerne, teilt der Energie-Informationsdienst mit. Zunächst hatte Shell seinen Preis für Diesel und Benzin um vier Cent angehoben, Aral legte noch mal um drei Cent zu.</P><P>Ein anderer Grund ist der hohe Rohölpreis. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatte im Februar für April eine Reduzierung der Fördermenge von 24,5 auf 23,6 Millionen Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) pro Tag angekündigt. Daraufhin stieg der Preis an. Morgen nun kommen die Fachminister dieser Länder in Wien zusammen, um über die Fördermenge endgültig zu entscheiden. In der vergangenen Woche war der Rohölpreis vorübergehend auf die höchste Marke seit 13 Jahren geklettert. Gestern hat die Opec den so genannten Korb-Preis für die vergangene Woche mit 32,61 Dollar je Barrel angegeben. Das sind 0,05 Dollar mehr als in der Vorwoche. Die Opec selbst hat sich allerdings ursprünglich eine Obergrenze von 28 Dollar gesetzt. Der Ausgang des Treffens ist noch nicht abzusehen, weil Kritiker innerhalb der Opec die Fördermenge nicht senken wollen.</P><P>Für Axel Arnold, Pressesprecher des ADAC-Südbayern, hat der Höhenflug der Spritpreise aber auch noch einen anderen Hintergrund: Am Wochenende beginnen die Osterferien. Der ADAC habe über Jahre hinweg beobachtet, dass der Sprit pünktlich zu den Reisewellen teurer wird. "Die Begründung der Anbieter ist natürlich immer eine andere, aber die Mobilität in der Masse spielt für die Preise sicher eine Rolle", sagt Arnold.</P><P>Autofahrer sollten ihren Trumpf ausspielen: "Der Kunde ist der König am Markt." Denn wer bei der günstigsten Tankstelle tanke, könne nicht nur langfristig viel Geld sparen, sondern übe in der jeweiligen Region auch Preisdruck aus. Zwar verdienten die Tankstellen am Sprit eigentlich so gut wie nichts mehr, räumt Arnold ein. Doch sie müssten Kunden anlocken, um mit den Waren in den angegliederten Shops ihr Geschäft zu machen. Dazu seien günstige Benzin- und Dieselpreise nötig. "Auch Supermärkte holen sich Käufer über billige Tankangebote", erklärt Arnold.</P><P>"Die Befürchtung, dass der Sprit an Billig-Tankstellen qualitativ schlechter sei, können wir vom ADAC nicht bestätigen." Die Ausnahme: In manchen Ländern wie etwa Tschechien weiche die Oktanzahl vom deutschen Standard ab.</P>

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