Aufforderung zum Handeln

Preisrückgänge: Existenz von Bauern bedroht

München - Preisrückgänge machen den Bayerns Bauern zu schaffen. Jetzt schlagen die Landwirte Alarm: Ihre Existenz steht auf dem Spiel.

Die wirtschaftliche Situation der 110 000 landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Bayern hat sich extrem verschlechtert teilte der Bayerische Bauernverband am Donnerstag bei der Vorstellung des Situationsberichts 2015 mit.

Hauptgründe seien die russische Einfuhrsperre für europäische Nahrungsmittel, die Macht des Lebensmitteleinzelhandels sowie die weltweit guten Ernten. „Die Landwirtschaft ist nicht verantwortlich für die politischen Spannungen zwischen Russland und Europa, aber dennoch zahlen wir Landwirte im Moment die Zeche“, sagte Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl. „Der Markt wurde komplett durcheinandergewirbelt und der Lebensmitteleinzelhandel nutzt die Situation, um Preise zu drücken.“ Die Existenz vieler Höfe stehe auf dem Spiel.

Starke Einkommenseinbußen

Von Preisrückgängen bis zu 40 Prozent seien vor allem Ferkelerzeuger, Schweinehalter, Milch- und Ackerbauern betroffen. Für das bis Juni 2015 laufende Wirtschaftsjahr fürchten die Bauern demnach im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2013/14 starke Einkommenseinbußen.

„Der Lebensmitteleinzelhandel und die Verarbeitungsbetriebe setzen mit dieser Preispolitik die sichere Versorgung mit regionalen und hochwertigen Lebensmitteln aufs Spiel“, warnte Heidl. Er fordert Politik und Kartellamt zum Handeln auf. „Nur so können alle Beteiligten zu fairen Praktiken bewegt werden.“ Außerdem müssten Landwirte eine steuerbegünstigte Rücklage bilden können, um das Risikomanagement zu verbessern.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild9

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