Preisrückgang: Auf Bayerns Immobilienmarkt fehlen Käufer

- München - Die Lage auf dem bayerischen Wohnimmobilienmarkt bleibt trotz niedriger Zinsen schwierig. Die Investitionen in Neubauten sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Die Preise von neuen wie gebrauchten Häusern und Wohnungen sind im Durchschnitt gefallen, teilte die LBS mit. Als Luxus-Lagen für Immobilien haben die Bausparkassen Stadt und Landkreis München sowie Garmisch-Partenkirchen und Starnberg ermittelt.

<P>Die Lage auf dem bayerischen Wohnimmobilienmarkt sei "ernst, aber nicht hoffnungslos", erklärte Franz Wirnhier, Sprecher der Geschäftsleitung bei der LBS Bayern. Nachdem die Diskussion um die Abschaffung der Eigenheimzulage zu einem Zwischenhoch im Jahr 2003 geführt habe, sei die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen und Häuser im vergangenen Jahr um über acht Prozent gefallen. "Die anhaltende Wachstumsschwäche und die Beschäftigungskrise in Deutschland hinterlassen tiefe Spuren auf dem Wohnungsmarkt", erklärte Wirnhier.<BR><BR>Das zeigt sich auch bei der Preisentwicklung. Für Neubauten sanken die Preise im bayerischen Durchschnitt bei Eigentumswohnungen um vier Prozent und bei Häusern um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Gebrauchtimmobilien gaben die Preise sowohl für Wohnungen als auch für Häuser um ein Prozent nach. Hierbei sei aber eine Stabilisierung erkennbar, teilte die LBS mit. Im Vorjahr lagen die Rückgänge bei fünf Prozent (Wohnungen) bzw. zwei Prozent (Häuser). Von diesen Durchschnittswerten ergaben sich aber je nach Lage, Ausstattung und Zustand starke Abweichungen. Während etwa in den nordbayerischen Landkreisen Regen, Hof und Tirschenreuth gebrauchte Doppelhaushälften bzw. Reihenhäuser in bevorzugten Lagen für unter 150 000 Euro zu haben sind, müssen Oberbayern weit mehr investieren.<BR><BR>In Bayerns Top-Regionen kostet eine gebrauchte Doppelhaushälfte bzw. ein Reihenhaus in bevorzugter Lage mitunter mehr als das Dreifache. In der Stadt München liegen die Preise dafür im Durchschnitt bei 500 000 bis 600 000 Euro, im Landkreis München bei 450 000 bis 550 000 Euro, in Starnberg bei 490 000 bis 650 000 Euro, in Ebersberg bei 380 000 bis 450 000 Euro, in Erding bei 300 000 bis 450 000 Euro und in Garmisch-Partenkirchen bei 270 000 bis 420 000 Euro. Die LBS hat die häufigsten Werte ermittelt, Abweichungen nach oben oder unten sind je nach Einzelfall möglich. Bei Wohnungen sieht die Preislandkarte ähnlich aus. Doch auch in den Top-Regionen sind die Preise im vergangenen Jahr teilweise gesunken.<BR><BR>Das laufende Jahr verspricht wenig Änderung. Nach Einschätzung von Rudolf Faltermeier, Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern, werden die Umsätze auf den Wohnungsmärkten weiter zurückgehen. Die finanziellen Möglichkeiten der Käufer seien begrenzt. Deshalb würden die Preise für Häuser und größere Wohnungen voraussichtlich nicht steigen, für Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen seien heuer tendenziell Preisabschläge zu erwarten.<BR><BR>Die Daten der LBS-Marktstudie sind für alle bayerischen Landkreise im Internet abrufbar unter www.sparkassen-immo.de.</P>

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