Preisrückgang bei DVDs trübt Aussichten für Videobranche

- Hamburg - Der Boom in der Videobranche ist nach sieben Rekordjahren vorbei. Mit dem Verkauf und Verleih von DVDs und Videokassetten setzte die Branche im vergangenen Jahr 1,69 Milliarden Euro um und damit etwas weniger als im Jahr zuvor.

Zwar kauften die Verbraucher in Deutschland mehr als 104 Millionen Bildtonträger und damit so viele wie noch nie. Der durchschnittliche Preis ging jedoch von 13,96 Euro auf 13,09 Euro zurück, so dass die Branche nicht wachsen konnte. Auch im laufenden Jahr sei mit einer Konsolidierung des Marktes zu rechnen, teilte der Bundesverband audiovisuelle Medien (BVV) am Montag in Hamburg mit.

Neben dem Preisverfall leidet die Videowirtschaft auch unter der illegalen Vervielfältigung von Filmen sowie unter dem schwachen Kinojahr 2005. "Die Vermarktung der bereits im Kino nicht so erfolgreichen Filme wird die DVD-Programmanbieter vor große Herausforderungen stellen", heißt es in der Mitteilung des Verbandes. "Die Fußball-WM wird der Filmbranche aller Voraussicht nach ebenfalls nicht unbedingt positive Impulse verleihen." Auf der anderen Seite gebe es durch die WM eine überdurchschnittliche Nachfrage nach Heimkinosystemen, die später zu vermehrtem Filmkonsum genutzt würden. Auch das Kinoprogramm sei 2006 attraktiver als im Vorjahr.

Für die Filmwirtschaft ist die Vermarktung auf DVD längst wichtiger als die Einspielergebnisse der Kinos. Die DVD-Einnahmen sind mehr als doppelt so hoch wie die Kino-Umsätze. Die VHS- Videokassetten spielen fast keine Rolle mehr und haben einen Anteil von drei Prozent an den Umsätzen. Nach Zahlen der GfK haben vier von fünf Bundesbürgern Zugriff auf ein DVD-Abspielgerät. Nach der Einführung der DVD haben sich auch die Vermietumsätze der Branche wieder etwas erholt und erreichten im vergangenen Jahr rund 320 Millionen Euro. Neue Impulse erhofft sich die Branche von neuen Angeboten wie Video-Abrufdiensten über das Internet.

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