Preisschock im Großhandel - Indikator für Inflation

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Hamburg (dpa) - Preisschock im Großhandel: Im März sind die Preise so stark gestiegen wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Wenn der starke Zuwachs an die Verbraucher weitergegeben wird, könnte dies die bereits hohe Inflation weiter anfeuern.

Die Lebensmittelpreise werden nach Einschätzung des deutschen Einzelhandels unter dem Strich zwar auch 2008 zulegen, allerdings weniger stark als im vergangenen Jahr.

Die Großhandelspreise sind im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,1 Prozent geklettert - das war die höchste Teuerungsrate seit 26 Jahren, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Im Februar hatte der Jahresanstieg noch bei 6,0 Prozent gelegen. Gründe dafür waren ein dramatischer Anstieg der Lebensmittelpreise und die Verteuerung von Brennstoffen und Öl.

"Da ist ein Preisschub in der Pipeline", sagte Volkswirt Wolfgang Leim von der Dresdner Bank/Allianz-Gruppe. Wegen des starken Wettbewerbs im Einzelhandel könne die Verteuerung vermutlich aber nur zum Teil an den Konsumenten weitergegeben werden. Vor allem Getreide und Saaten sowie Milchprodukte und Eier legten kräftig zu.

Weil die Großhandelspreise häufig über den Handel an die Verbraucher weitergegeben werden, gelten sie als Indikator für die Entwicklung der Teuerungsrate. "Die Inflation in Deutschland wird weiter zu hoch bleiben", schätzte daher Volkswirt Karsten Junius von der DekaBank. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise hatten die Inflation in Deutschland im März bereits auf 3,1 Prozent und damit erstmals in diesem Jahr über die Drei-Prozent-Marke getrieben.

Einen Preissprung gab es im Großhandel bei Getreide und Saaten, die sich im März um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr verteuerten. Milch, Käse, Eier und Speiseöl legten um 23,5 Prozent zu. Für Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze mussten 13,2 Prozent mehr gezahlt werden. Ein Grund ist der hohe Verbrauch in Schwellenländern wie Indien oder China. "Neben der physischen Nachfrage gibt es Spekulanten, die die Preise treiben", sagte Holger Schmieding von der Bank of America. Auch die Verarbeitung von Getreide und Mais zu Biosprit heizt die Teuerung an.

Dennoch ist der Einzelhandel zuversichtlich, dass sich die Preissteigerungen in Grenzen halten. "Wir rechnen eher mit einer etwas günstigeren Entwicklung der Lebensmittelpreise in diesem Jahr insgesamt", sagte der Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr. Nach seiner Einschätzung ist der Wettbewerbsdruck im Handel wegen des Discounter-Anteils von rund 40 Prozent groß. "Das führt dazu, dass die Spielräume für Preissenkungen auch genutzt werden."

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