Preissenkung für alle statt großem Endspurt

- Hannover - Sparsame deutsche Urlauber sollten schon jetzt über das Reiseziel für das nächste Jahr nachdenken. Denn wer in Zukunft zu lange mit dem Buchen wartet und auf fallende Reisepreise spekuliert, könnte eine böse Überraschung erleben: Die gesuchte Reise ist weg und etwas anderes zum Billig-Preis gibt es auch nicht.

<P>Der deutsche Urlauber müsse verstehen, "dass man auf Dauer kein Qualitätsprodukt zum Schnäppchenpreis erwerben kann", sagte Tui-Deutschland-Chef Volker Böttcher. Er will die deutschen Urlauber wieder zum frühen Buchen erziehen, wie es früher jahrelang üblich war. Noch in der Saison 2000 hatte die Tui schon im März 70 Prozent der Buchungen für den Sommer.</P><P>Das Unternehmen konnten dadurch verlässlich planen. Doch dann kamen die Anschläge vom 11. September 2001, die Wirtschaftskrise, später der Irak-Krieg. Steigende Arbeitslosigkeit und eine allgemeine Mutlosigkeit der Deutschen brachte außerdem die "Geiz ist geil"-Mentalität hervor. Die Zahl der Frühbucher brach radikal ein, Veranstalter wie Tui oder Thomas Cook saßen auf ihren Angeboten und wussten sich nicht anders zu helfen, außer die Reisen billig auf den Markt zu bringen. Der größte deutsche Reisekonzern kündigte generelle Preissenkungen von durchschnittlich 11,5 Prozent zur Wintersaison an. Für den nächsten Sommer werden ähnliche Preissenkungen erwartet. Zudem könnten Kunden noch einmal bis zu 25 Prozent sparen, wenn sie bis zum 31. Oktober buchten.</P><P>Böttcher rechnet damit, dass auch andere Reiseanbieter sich ähnlich verhalten werden. "Ich bin optimistisch, dass wir uns in ein Branchenkonzert einreihen", sagte er. Thomas-Cook-Konzernchef Stefan Pichler hatte schon vor Wochen gesagt, "die Billig-Arie wird nicht nachhaltig sein."<BR></P>

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