Der Preisvergleich lohnt sich

Berufsunfähigkeitsversicherung: - Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland muss aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig seinen Beruf aufgeben. Wer nicht vermögend ist, sollte für den Ernstfall vorsorgen und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Stiftung Warentest hat 92 Angebote untersucht und bewertet.

26 der getesteten Zusatzversicherungen erhielten nach Angaben der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" das Qualitätsurteil "sehr gut" (siehe Tabelle). "Zusatz" heißt, dass der Schutz an einer Hauptversicherung hängt, in diesem Fall einer Risikolebensversicherung. Dabei wird zusätzlich eine Geldleistung gezahlt, wenn der Versicherte stirbt.

Im Vergleich zu 2006 sind die Preise im Schnitt angestiegen, doch dafür wurden auch die Leistungen oft besser. Für Kunden lohnt sich ein Vergleich. Denn selbst bei ähnlichen Bedingungen unterscheiden sich die Kosten deutlich. Interessenten sollten mit der Vertragssuche bei den günstigen der "Sehr guten" anfangen, zum Beispiel Huk24, Huk-Coburg, CosmosDirekt oder Hannoversche Leben. Insgesamt schnitten die Premiumtarife der Huk24 und Huk-Coburg sowie das Angebot der Volksfürsorge am besten ab.

Die Kosten für die Zusatzversicherung hängen unter anderem von der Höhe der vereinbarten Rente, der Vertragslaufzeit, dem Geschlecht und besonders vom Beruf des Kunden ab. Die Preisunterschiede bei einem 30-jährigen Bürokaufmann liegen im Jahr bei rund 500 Euro, bei einem Industriemechaniker sogar bei rund 1000 Euro.

Auf das Qualitätsurteil hatte der Kostenfaktor keinen Einfluss. Ausschlaggebend für die Bestnote waren vor allem kundenfreundliche Versicherungsbedingungen. Diese haben sich bei vielen verbessert. So behalten sich weniger Unternehmen vor, im Ernstfall nur zu zahlen, wenn eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes nicht möglich ist. Die Versicherer prüfen auch seltener, ob ein gesundheitlich Angeschlagener noch in einem früher ausgeübten Beruf arbeiten könnte.

Da eine Berufsunfähigkeitsversicherung oft teuer ist, versuchen viele Kunden, durch Abstriche den Preis zu senken. Vermittler empfehlen dann oft, den Schutz mit 60 statt mit 65 oder 67 Jahren enden zu lassen. Bei Cosmos Direkt würde eine 30-jährige Bürokauffrau 183 Euro im Jahr weniger zahlen, wenn sie den Schutz mit 60 enden ließe. Davon rät "Finanztest" allerdings ab. Denn im Ernstfall klafft eine große Lücke, zumal nach 1963 Geborene erst ab 67 Jahren die volle gesetzliche Rente erhalten. Bei sieben Jahren fehlen bei 1000 Euro Rente im Monat insgesamt am Ende 84 000 Euro. Sinnvoller ist manchmal, eine möglichst geringe Todesfallleistung zu vereinbaren oder doch eine Einzelpolice nur für die Berufsunfähigkeit abzuschließen. Überlegenswert ist auch, den Schutz über zwei Verträge zu splitten. Einer läuft bis 60 Jahre, der andere bis 65 oder 67. In diesem Fall muss man überlegen, ob man die letzten Jahre mit einer geringeren Rente über die Runden kommt.

"Finanztest" rät außerdem, den Vertrag bereits in jungen Jahren abzuschließen, wenn der Beitrag noch niedriger ist. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit einer Vorerkrankung geringer. Dafür muss oft ein Risikozuschlag bezahlt werden. Mit einer Nachversicherungsgarantie kann die Leistung später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden. Finger weg heißt es allerdings in der Regel, wenn der Versicherer ein Angebot macht, das die Leistung bei Berufsunfähigkeit für eine oder mehrere Erkrankungen ausschließt. Bevor man einen lückenhaften Vertrag abschließt, sollte man sich anderswo um einen kompletten Schutz bemühen. 

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