Preisvergleich: die verkappten Teuerflieger

München - Einige Billigflieger sind in letzter Zeit deutlich teurer geworden. Mehr Service gibt es dafür aber meist nicht, erklärt die Stiftung Warentest. Die Experten haben ermittelt, wo man am günstigsten reist und wo man vergleichsweise guten Service erwarten kann.

Elf Fluggesellschaften - davon fünf "Billigflieger" - haben die Verbraucherschützer untersucht. Verglichen mit einem Test zwei Jahre zuvor haben die Preise bei einigen "stark angezogen", heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 08/2007).

Die Günstigen

"Am billigsten fliegt man mit Ryanair und Easyjet", empfehlen die Verbraucherschützer. Von den deutschen Gesellschaften könne gerade noch Germanwings mithalten. Easyjet habe sein Preisniveau gegenüber dem Test zwei Jahre zuvor gehalten, Germanwings und Ryanair seien etwas billiger geworden. Dagegen koste das Ticket bei drei Gesellschaften heute im Schnitt deutlich mehr. Bei Condor seien es 87 Euro, bei Air Berlin 76 Euro und bei Tuifly 70 Euro Preisunterschied.

Die Komfortablen

Wer ein Flugticket für 50 Euro bekommt, fragt kaum nach gutem Service. Den bekommt er meist auch nicht. "Um die Kosten niedrig zu halten, verzichten die Gesellschaften auf alles, was nicht unbedingt notwendig ist", erklärt die Stiftung Warentest. Bordkarten mit festem Sitzplatz haben die billigsten Anbieter ebenso gestrichen wie oft den direkten Zugang zum Flugzeug über eine Flugbrücke. Der Sitzabstand in den Maschinen wurde auf ein Minimum reduziert. Bei Easyjet und Ryanair lassen sich nicht einmal mehr die Rückenlehnen verstellen. Sie erhielten zusammen mit Germanwings die schlechtesten Noten beim Sitzkomfort. Kostenlosen Bordservice gibt es ebenfalls nicht.

Anders sieht es bei Air Berlin und Condor aus. Sie bieten der Untersuchung zufolge guten Service. "Dafür sind sie im Durchschnitt mindestens doppelt so teuer wie die anderen Billiglinien." Auch die großen Linienfluggesellschaften haben beim Service mit "gut" abgeschnitten - abgesehen von der spanischen Iberia. Günstige Preise gebe es bei diesen Unternehmen aber eher selten und wenn, dann nur bei sehr früher Buchung.

Buchungsfallen

"Billigtickets werden häufig mit unschönen Bedingungen verkauft", warnen die Verbraucherschützer. Wer zum Beispiel nicht fliegen kann, erhält oft kein Geld zurück. Zwar müssen zumindest Steuern und Gebühren in diesem Fall erstattet werden. Einige Fluggesellschaften würden dieses Geld, das teilweise mehr als die Hälfte des Ticketpreises ausmacht, trotzdem behalten. Air Berlin, Ryanair, Easyjet und Germanwings behaupten demnach, dass eine Stornierung nicht möglich sei und zahlen nichts zurück. Verbraucherfreundlich beim Stornieren seien nur Condor und British Airways.

Besonders günstig kommt man weg, wenn man sehr früh bucht. Denn gerade bei den Liniengesellschaften steigen die Preise in den Tagen vor einem Abflugtermin teils massiv an. Doch dazwischenkommen sollte dann nichts mehr. Denn wer umbuchen will, wird oft kräftig zur Kasse gebeten. Das kostet mitunter genauso viel wie ein günstiges Ticket. Und will man einen Flugschein auf eine andere Person umschreiben, winken einige Gesellschaften grundsätzlich ab, Ryanair verlangt dafür "unverschämte 130 Euro", wie "test" kritisiert.

Pluspunkte

Immerhin zeigte die Untersuchung in zwei Punkten überaus positive Ergebnisse: Alle getesteten Linien bieten zumindest eine kostenlose Zahlungsmöglichkeit, oft Bankeinzug. Und die allgemeinen Geschäftsbedingungen (das "Kleingedruckte") sind weitgehend korrekt. 

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