Premiere: Ende der Verluste in Sicht

- München - Nach dem erfolgreichen Börsengang und einem guten ersten Quartal steht der Bezahlsender Premiere erstmals in seiner 15jährigen Geschichte vor dem Erreichen der Gewinnzone. "Der Breakeven steht kurz bevor", sagte Senderchef Georg Kofler am Donnerstag in München. Im ersten Quartal machte der Konzern noch einen Nettoverlust von 3,4 Millionen Euro nach einem Minus von 41,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang konnte Premiere den Schuldenberg deutlich verringern, wodurch die Zinsbelastungen sinken. Mit einer Prognose für das laufende Jahr hielt sich Premiere bedeckt.<BR><BR>Auf operativer Ebene ist Premiere profitabel. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen betrug im ersten Quartal knapp 23 Millionen Euro nach einem leichten Verlust im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz wuchs um gut zehn Prozent auf 247,4 Millionen Euro. "Das Umsatzwachstum liegt klar über dem Schnitt der deutschen Medienindustrie, die eher stagnierende bis rückläufige Tendenzen meldet", sagte Kofler.<BR><BR>Die Zahl der Abonnenten stieg im Jahresvergleich um knapp 12 Prozent auf 3,3 Millionen Kunden. Im ersten Quartal kamen netto allerdings nur gut 51 000 Abonnenten hinzu. Die "gesamte Kommunikationskraft" sei auf den Börsengang ausgerichtet gewesen, sagte Kofler. Im zweiten Quartal seien auch aus saisonalen Gründen "keine Wachstumswunder" zu erwarten. In der zweiten Jahreshälfte soll es dann aber einen kräftigen Schub geben. Bis spätestens Mitte 2008 wolle Premiere mehr als vier Millionen Abonnenten haben.<BR><BR>Premiere war Anfang März erfolgreich an der Börse gestartet. Die Aktien waren mehrfach überzeichnet und wurden zu einem Preis von 28 Euro ausgegeben. Am Donnerstag sank der Aktienkurs zwischenzeitlich um ein Prozent auf 30,60 Euro.<BR><BR>Beim Börsengang machten vor allem die Altgesellschafter Kasse, ein Teil des Emissionserlöses floss über eine Kapitalerhöhung aber auch dem Unternehmen zu. Auf diesem Weg konnten der Schuldenberg deutlich abgebaut werden. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen Ende März bei 83,6 Millionen Euro. Vor einem Jahr waren es gut 370 Millionen Euro. Kofler bekräftigte, dass sich Premiere auch im frei empfangbaren Fernsehen engagieren will. <BR><BR>"Ich habe Lust, mich mit dem Thema zu befassen." Nirgendwo gebe es in der Medienindustrie so große Synergien wie zwischen Free- und Pay-TV. Derzeit gebe es aber noch keine konkreten Pläne.

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