Premiere schreibt operativ erstmals schwarze Zahlen

- München - Der Bezahlsender Premiere hat nach den Milliardenverlusten der Vorjahre erstmals operativ schwarze Zahlen geschrieben. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel im dritten Quartal 2003 ein Gewinn von 16,1 Millionen Euro an, wie das einstige Kirch-Unternehmen am Montag in München mitteilte.

<P>Im Vorjahr hatte es ein Minus von 15,9 Millionen Euro gegeben. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 235,9 Millionen Euro. Premiere setzte die Prognose für das Gesamtjahr erneut nach oben: Erwartet wird für 2003 ein operatives Minus von 30 Millionen Euro statt der bisher bisher veranschlagten 40 Millionen Euro Verlust.</P><P>In der Neunmonatsbilanz erreichte Premiere erstmals zumindest die "schwarze Null" mit einem EBITDA von 0,8 Millionen Euro. "Die Zahlen haben unsere Erwartungen übertroffen", sagte Premiere-Chef Georg Kofler der dpa. "Wir erwarten für 2004 mindestens ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in guter, zweistelliger Millionen-Größenordnung." In einigen Wochen werde der neue Businessplan vorgestellt. Trotz anhaltend schwachen Konsumklimas wachse Premiere im Vergleich zum Branchenschnitt der deutschen Medienbranche mit einem zweistelligen Plus im Vergleich weit überdurchschnittlich.</P><P>Unter dem Strich drücken vor allem die hohen Abschreibungen den Sender jedoch weiterhin ins Minus. Im dritten Quartal lag der Reinverlust bei 25,4 Millionen Euro nach 85,6 Millionen ein Jahr zuvor. Nach den ersten neun Monaten summierte sich das Minus auf 123,9 Millionen Euro - immerhin weniger als ein Drittel der 386,7 Millionen Euro des Vorjahres. Die Milliardenverluste von Premiere hatten maßgeblich zum Zusammenbruch des Kirch-Medienimperiums im vergangenen Jahr beigetragen.</P><P>2005 wolle Premiere erstmals prüfen, ob ein Börsengang sinnvoll sei, sagte Kofler. "Ich bin grundsätzlich davon überzeugt, dass Premiere ein attraktiver Börsenkandidat wird, wenn die Geschäftsentwicklung weiterhin so positiv ist". Die Zahl der Abonenten stieg binnen eines Jahres um 13 Prozent auf gut 2,76 Millionen. Bis zum Jahresende sollen es 2,9 Millionen werden.</P><P>Im vierten Quartal wird das Unternehmen jedoch voraussichtlich wieder in die Verlustzone rutschen - Ergebnis der Einführung eines neuen Verschlüsselungssystems und der Kosten für die Werbung neuer Kunden. Im Vorjahreszeitraum hatten sich die operativen Verluste noch auf 280 Millionen Euro summiert. Die Umstellung auf das neue Verschlüsselungssystem komme gut voran, sagte Kofler. In den vergangenen Wochen seien 2,8 Millionen neue Smart-Cards an die Kunden verschickt worden.</P>

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