Premiere-Überraschung: Für viele kehrt die Bundesliga zurück

- München -­ Die Bezahlfernsehsender Premiere und Arena beenden ihren Wettbewerb. Bei der Bundesliga und darüber hinaus machen beide künftig gemeinsame Sache. Das nützt Premiere-Kunden mit Satelliten-Schüssel, die bisher auf Bundesliga-Fußball verzichten mussten.

Die Münchner Bezahlsender Premiere und Arena verknüpfen ihre Geschäfte vor allem beim Schlüsselprodukt Bundesligafußball und machen sich künftig kaum noch Konkurrenz. So übernimmt Premiere ab sofort bundesweit die Vermarktung des Bundesligasenders Arena per Satellit und auch Lizenzrechte an der Marke Arena, teilten beide Sender mit. Arena erhält im Gegenzug im Rahmen einer Kapitalerhöhung 16,7 Prozent der Premiere-Aktien im aktuellen Marktwert von rund 300 Millionen Euro.

"Premiere ist für Bundesligafans wieder die Nummer eins", jubelte Konzernchef Georg Kofler. "Das fördert das Wachstum des digitalen Pay-TV-Markts insgesamt", bekräftigte der Vorstandschef der Arena-Mutter Unity Media, Parm Sandhu. Eine Einflussnahme von Arena auf die Unternehmenspolitik von Premiere sei durch die Beteiligung am Premiere-Grundkapital allerdings ausgeschlossen, versichern beide Medienkonzerne. Denn die Papiere würden von einem unabhängigen Finanzinstitut weisungsfrei verwaltet.

Andererseits vermarktet Premiere den Arena-Bundesligafußball nun bundesweit flächendeckend für 30 Millionen TV-Haushalte und damit mehr als doppelt so viele wie vor der jetzigen Vereinbarung. Auch in Gaststätten übernimmt Premiere die Arena-Vermarktung. Zudem wird Koflers Konzern technischer Dienstleister für Betrieb, Service und Verwaltung aller Arena-Angebote.

Für an Bundesligafußball interessierte Neukunden soll nun vieles einfacher werden, für Bestandskunden werde sich preislich nichts ändern, versprechen Premiere und Arena.

Das Bundeskartellamt will die Zusammenarbeit genauer unter die Lupe nehmen. Ein Kartellamtssprecher sagte, die Wettbewerbsbehörde werde sich die Verträge vorlegen lassen.

Die Premiere-Aktie schoss gestern fast 20 Prozent in die Höhe. Sie notiert mit rund 18 Euro aber noch weit unter dem Ausgabekurs vom Börsengang im Jahr 2005, der bei 28 Euro lag.

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